| Wenn man die großen, braunen Zwiebeln der Amaryllis in der Hand hält, kann man kaum glauben, dass sich daraus innerhalb von nur 6 bis 8 Wochen prachtvolle, tropisch anmutende Blütenschönheiten entwickeln. Die Erklärung für die schnelle Entwicklung: Bei Amaryllis sind, wie bei Hyazinthen und anderen Zwiebelblumen auch, die Blätter und Blüten der zukünftigen Pflanze bereits in der Zwiebel vorhanden. Deshalb können sie sich schnell entwickeln, sobald die Umweltbedingungen günstig sind.
Amaryllis mögens warm
Erstaunlicherweise sind Amaryllis trotz ihrer exklusiven, vornehmen Erscheinung besonders leicht zum Blühen zu bringen. Während Tulpen und all die anderen farben- frohen Frühlingsboten aus dem Reich der Zwiebelblumen eine längere Kühlphase brauchen, um Blüten zu bilden, sind Amaryllis wahre Schnellstarter, die es zudem gerne etwas wärmer haben. Kein Wunder, stammen sie doch ursprünglich aus tropischen und subtropischen Regionen Südamerikas.
Aus botanischer Sicht handelt es sich bei diesen eleganten Pflanzen nicht um Amaryllis, sondern um Hippeastrum. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich jedoch die Bezeichnung Amaryllis durchgesetzt. Der botanische Name Hippeastrum geht zurück auf die griechischen Wörter hippeos für Reiter und astron für Stern, weshalb diese Pflanze auch Ritterstern genannt wird.
Abwechslungsreiches Sortiment
Die meisten Amaryllis besitzen große, sternförmige Blüten, die aus 6 Blütenblättern bestehen. Es gibt aber Ausnahmen; ungewöhnlich und noch recht selten zu sehen sind z.B. gefüllt blühende Amaryllis, die mit ihren zahlreichen Blütenblättern an Seerosen erinnern. Auch was die Blütenfarbe betrifft, ist das Amaryllis-Sortiment weitaus abwechslungsreicher als den meisten bekannt ist, und es wird immer vielfältiger. Inzwischen gibt es nicht nur rote, rosa oder weiße, sondern sogar gelb blühende Amaryllis. Einige Sorten bezaubern auch mit mehrfarbigen oder gestreiften Blüten.
Nicht zu tief topfen
Um selber zu erleben, wie sich aus der Riesenzwiebel eine blühende Pflanze entwickelt, benötigt man nichts weiter als einen Blumentopf und gute Erde. Der Topf sollte nicht viel größer sein als die Zwiebel, denn der Abstand zwischen Zwiebel und Topfrand braucht nur etwa eine Daumenbreite zu betragen. Ideal sind Tontöpfe, da diese im Vergleich zu Kunststofftöpfen standfester sind und ein gutes Gegengewicht zu den großen und schweren Amaryllisblüten bilden. Die Zwiebel wird nur so tief gepflanzt, dass die Hälfte oder mindestens ein Drittel noch aus dem Erdreich ragt. Wichtig ist, dass die Wurzeln beim Eintopfen nicht beschädigt werden. Nach dem Angießen wird die Amaryllis an einen hellen und warmen Platz gestellt. Ideal ist eine Zimmertemperatur von 20ºC oder etwas höher.
Anfangs wird nur sehr wenig gegossen. Erst wenn die Blütenknospe erscheint und der Blütenstiel etwa hand- hoch ist, erhält die Amaryllis mehr Wasser. Übrigens: Werden die Zwiebeln etappenweise im Abstand von zwei bis drei Wochen gepflanzt, hat man die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum an blühenden Amaryllis zu erfreuen.
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Tipp: Amaryllis nach der Blüte
Mit ein paar Tricks kann man die Amaryllis auch im nächsten Jahr wieder zum Blühen bringen: Die ver- welkten Blüten sollten entfernt werden, damit die Pflanze nicht unnötig Energie für die Samenbildung verbraucht. Der lange Blütenstängel wird aber erst dann abge- schnitten, wenn er vertrocknet ist. Von der Blütezeit bis Anfang August wird wöchentlich gedüngt. Von Mai bis September kann die Amaryllis draußen stehen. Ab August benötigt sie weniger Wasser und im September wird die Wassergabe ganz eingestellt. Jetzt sterben die Blätter ab und die Zwiebel schöpft Kraft für den erneuten Austrieb. Die Blätter sollten erst abgeschnitten werden, wenn sie ganz vertrocknet sind. Damit wird der Amaryllis noch Zeit gegeben, Nährstoffe aus den Blättern als Reserve für das nächste Jahr in der Zwiebel einzulagern.
Amaryllis benötigen Ruhephase
Die Ruhephase, am besten bei etwa 16 bis 18ºC, dauert circa drei Monate. In dieser Zeit braucht man sich nicht um die Amaryllis zu kümmern. Nur wenn sie an einem relativ warmen Platz steht und die Gefahr besteht, dass die Wurzeln sonst austrocknen, sollte man gelegentlich etwas gießen. Wenn die neuen Knospen zu sehen sind, ist die Ruhezeit beendet und die Amaryllis wird wieder regelmäßig mit Wasser versorgt.
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