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Jetzt reicht’s aber! Das kann man ja nicht mehr mit ansehen: Ein richtig großer Balkon mit dem besten Blick über die Stadt, und der einzige, der etwas davon hat, ist der Kasten Bier, der hier zwischenlagert. Coolness hin oder her, da muss sich endlich etwas ändern! Das Bier darf bleiben, aber mit dem Dauergrau auf der Dachterrasse muss endlich Schluss sein! Mann wollte schließlich unbedingt diese Wohnung mit genau diesem Balkon. Und: Balkongrün lässt sich sicher auch mit moderner Lässigkeit vereinbaren. Und jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um genau das endlich auszuprobieren. Der Frühling ist da nämlich gar nicht streng. Frühlingsblüher sind extrem unkompliziert und lassen sich nicht lange bitten. Unerfahrene Balkon-Neulinge haben deshalb gute Chancen auf Erfolg.
Wem der Primelteppich als Monokultur im Kasten nicht gefällt, der stellt sich den Balkon-Dschungel selbst zusammen. Für Abwechslung sorgen unterschiedliche Pflanzengattungen, die gleichzeitig belebende Höhenunterschiede einbringen. Goldlack und Vergissmeinnicht wirken bauschig, Osterglocken, Kugelprimeln und Tulpen wachsen dagegen in die Höhe. Gänseblümchen, Veilchen und Krokusse bleiben niedrig.

Ein schönes Team: Primeln und Anemonen
Am besten kombiniert man mutig drauflos. Denn erst Eigenkreationen geben dem urbanen Balkon das moderne Etwas. Modische Pflanzpartner wie die Segge, ein buschiger Grasschopf, oder die Wolfsmilch mit ungewöhnlich gelbgrünen Blüten, lassen sich gut mit Klassikern kombinieren. Sie nehmen Osterglocke und Primel das Hausbackene. Respekt verschaffen sich vor allem große Kaliber. Deshalb sollte Mann sich nicht scheuen, auch Sträucher aufs Dach zu holen. Den Frühling verkörpern Blütensträucher wie Scheinhasel, Forsythie und Mandelbäumchen perfekt.
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Der neue Balkon kennt keine Regeln, deshalb kann der unbefangene Balkongärtner mutig alte Tabus brechen und Quietschfarben kombinieren. Wie wäre es mit orangefarbenen Ranunkeln und pinken Tulpen? Dazu noch rote und rosa Töpfe und keiner schreit mehr: Spießig! Auch Tricksen ist erlaubt: Mit Wiederholungen lassen sich nämlich tolle Effekte erzielen. Hat sich eine Kastenkombination bewährt, macht sie in zwei- oder dreifacher Ausführung um so mehr Eindruck.

Nichts wirkt kläglicher als drei einsame Stiefmütterchen. Deshalb heißt es jetzt: konsequent rangeklotzt und die Hände in Blumenerde gesteckt. Schließlich spiegelt der Balkon die Persönlichkeit seines Bewohners wider. Und was für eine! Ob wohl geordnete Balkonkasten-Idylle oder Wildnis aus Blütensträuchern, alles ist erlaubt und das Schwarze unter den Nägeln allemal wert.
Tipps
Spiel der Farben
Neben poppigen Blüten kann auch das Laub Farbe zeigen. Efeu gibt es zum Beispiel mit gelben oder weißen Blatträndern. Schöne Effekte bringen auch silberlaubige Pflanzen wie Heiligenkraut (Santolina), Silberraute (Artemisia schmidtiana) oder Lavendel. Die Blätter des Purpurglöckchens leuchten je nach Sorte von Orangerot bis Purpurviolett.
Schnell ausgetauscht
Wenn im Frühlingskasten nicht alle Zwiebeln aufgegangen sind oder einzelne Pflanzen kränkeln, dann machen Sie kurzen Prozess. Was schwächelt, fliegt gleich wieder raus. Kaufen Sie beim Gärtner einfach blühende Zwiebelblumen nach und füllen Sie die Lücken auf. Der Balkonkasten wirkt dann wieder komplett und die Nachzügler fallen gar nicht auf.
Gelb geht immer
Im Frühling kommen Sie an der Farbe Gelb nicht vorbei. Schon im Januar fallen die ersten Winterlinge und Schlüsselblumen in der Natur mit gelben Blüten auf. Besonders von Insekten werden gelbe Blüten als erstes wahr genommen. Auch Primeln, Osterglocken und Tulpen schmücken sich mit der beliebten Sonnenfarbe. Gelb zeigt auch bei den Menschen seine Wirkung. Es soll die Stimmung heben und in der trüben Jahreszeit die Kräfte aktivieren.
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