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Die Taktik der Zweijährigen
Zweijährige Sommerblumen werden ein Jahr vor ihrer Blüte ausgesät. Ihre Jungpflanzen werden dann überwintert. Obwohl ihre Kulturzeit nicht länger als ein Jahr ist (sie werden erst im Sommer ausgesät), erstreckt sich ihr »Leben« über zwei Gartensaisons.
Spielbetrieb der Zweijährigen
Im Juli/August werden die zweijährigen Sommerblumen ausgesät und nach dem »Erstarken« aufs Freilandbeet pikiert. Dort bleiben sie bis zum Herbst und bekommen dann den endgültigen Platz zugewiesen. Als Winter- schutz wird Fichtenreisig aufgelegt. In besonders rauen Lagen sollten die Zweijährigen ins Frühbeet gesetzt werden.
Die Top Ten der Zweijährigen
Die bekanntesten Blüher sind: Stockrose/Malve (althaea rosea), Gänseblümchen (bellis perennis), Glockenblume (campanula pyramidalis), Goldlack (cheiranthus cheiri), Bartnelke (dianthus barbatus), Fingerhut (digitalis purpurea), Wandelröschen (lantana camara), Vergiß- meinnicht (myosotis sylvatiea), Islandmohn (papaver nudicaule), Stiefmütterchen (viola wittrockiana).
Kosmetik für Ein- und Zweijährige
Egal welche Altersgruppe ihren Blühauftritt hat, die Blumenbeete sollten regelmäßig gehackt und von unbeliebten Gästen (Unkraut) befreit werden. Damit sich im Sommer immer wieder neue Blüten bilden, müssen die verwelkten Blüten regelmäßig abgeschnitten werden. Einige Sommerblumen können nach dem ersten Flor zurückgeschnitten werden. Das gilt z.B. für Löwen- mäulchen (anthirrhinum majus), Männertreu (lobelia erinus), Polsterphlox (phlox clrummondii) und Salbei (salvia splendens). Meist muss nur der Haupttrieb abgeschnitten werden, so dass die Pflanze kräftige Seitentriebe bildet.
Die Taktik der Stauden (Mehrjährige)
Die krautigen Pflanzen gedeihen viele Jahre im Garten und bekommen jedes Jahr neue Blüten. Viele von ihnen treiben im Frühjahr durch, bilden Blüten und »ziehen« im Herbst wieder ein, um im Wurzelstock zu überwintern. Stauden können sehr alt werden: Pfingstrosen 78 Jahre; Eisenhut, Phlox und Rittersporn erreichen problemlos 50 Jahre.
Spielbetrieb der Stauden
Stauden lieben den warmen Sommer-Boden. Daher ist Ende August der beste Zeitpunkt, um Stauden zu pflanzen. Damit diese Pflanzen einen optimalen Start bekommen, ist es wichtig, den Boden sorgfältig vorzubereiten. Alle »Unkräuter«, vor allem Giersch und Quecken, müssen aus dem Beet verbannt werden. Die Erde selbst wird gelockert und mit Komposterde, Hornmehl und -spänen angereichert.
Die Top Ten der Stauden
Für sonnige Plätzchen empfehlen sich: Aster (aster amellus), Margerite/Chrysantheme (chrysanthemum), Rittersporn (delphinium Hybriden), Pfingstrose (paeonia- lactiflora-Hybriden), Phlox (phlox-paniculata-Hybriden), Sonnenhut (rudbeckia purpurea), Salbei (salvia officinalis), Fetthenne (sedum spectabile), Ehrenpreis (veronica longifolia).
Mehrjährige Schattenkünstler
Sie bringen Farbe in dunkle Ecken: Eisenhut (aconitum lamarckii), Akelei (aquilegia-caerulea-Hybriden), Wald- geißbart (aruneus dioicus), Prachtspiere (astilbearendsii- Hybriden), Silberkerze (cimicifuga ramosa), Lerchen- sporn (corydalis lutea), Tränendes Herz (dicentra eximia), Christrose (helleborus niger), Immergrün (vinca minoi,), Veilchen (viola odorata).
Familienzuwachs nur an regnerischen Tagen
Die günstigste Zeit der Stauden-Vermehrung ist für die meisten Pflanzen der Frühherbst. Ausnahme: Witwen- blume, Indianernessel, Fackellilie. Für die Teilung der Stauden sollten Sie sich einen feuchten, kühlen Tag aussuchen. Anhaltende Trockenheit würde bei dieser »Aktion« große Verluste mit sich bringen.
Aus eins mach zwei
Entfernen Sie zunächst welke Blütenstiele und abgestorbene Pflanzenteile. Dann graben Sie die Staude mit Hilfe einer Grabgabel aus. Bei kleineren Stauden kann der Ballen mit der Hand auseinandergezogen werden. Ansonsten wird mit zwei Grabgabeln, - Rücken an Rücken - die Staude geteilt. Sie können die Pflanzen auch mit einem gut gezielten Spatenstich aufteilen. Manche Stauden bilden extrem dicke Wurzeln (z. B. Pfingstrosen), die man mit einem scharfen Messer zerschneidet.
Kosmetik für die Stauden
Die Frühsommerblüher werden sofort nach der Blüte eine Handbreit über dem Boden zurückgeschnitten. Damit das schöne Bild der Staudenrabatte erhalten bleibt, werden auch bei den Mehrjährigen die verblühten Blütenstände herausgeschnitten. Wer auf die Selbstaussaat der Pflanzen hofft - z. B. bei Akelei und Fingerhut - lässt ein paar Samenspender stehen.
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Sanfter Strahl für durstige Blüher
Einige Tage stehen unsere Sommerschönheiten Trockenheit ohne Probleme durch, doch nach spätestens einer Woche verlangen die Blüher ihr feuchtes Nass. Wässern Sie die Blumen mit einem möglichst fein verteilten Strahl (Gießkanne oder Stabbrause), um die zarten Blüten und Blätter nicht zu schädigen. Am besten legen Sie abends oder frühmorgens den Gartenschlauch so ans Beet, dass das Wasser direkt auf die Erde laufen kann, ohne dass Blätter und Blüten nass werden.
Kraftnahrung für Blütenträger
Um den Boden im Blumenbeet optimal mit Nährelementen zu versorgen, sollten Sie im Frühjahr reife Komposterde in die Erde einarbeiten. Wer fertigen Zierpflanzendünger einsetzen möchte, der sollte mit 40 g pro m2
So richtig nett mit Korsett
Zwei Natureinflüsse wollen das Blütenfeuerwerk unserer Blumen stoppen: Regen und Wind. Besonders hochgewachsene Blütenschönheiten leiden darunter. Binden Sie deshalb die stärkeren Blütentriebe der Blumen an dünne Bambusstäbchen. Wichtig ist, dass Sie diese Stützen stets an die windabgewandte Seite stecken. Wo das Stützen einzelner Triebe nicht ausreicht, stecken Sie Bambusstäbe kreisförmig um die Stauden. Sie sollten im Abstand von etwa 10 cm in den Boden gesteckt werden und knapp staudenhoch sein. Diese Stäbe verbinden Sie dann rundum mit Schnur oder Draht. Die »kniefälligen« Stauden bekommen so ein strammes Korsett, das ihnen wieder festen Stand verleiht.
Gestalten Sie mit Blütenfarben
Die meisten Menschen haben eine - oder mehrere Lieblingsfarben, die sie am liebsten tragen. So, wie uns unsere Lieblingsfarbe unbewusst stärkt, so zaubern Blütenfarben ein unvergessliches Lebensgefühl in den Garten. Wer die Wirkung der Farben zu nutzen versteht, kann mit ihnen wunderschöne Effekte erzielen.
Die passende Farbe für Ihren Garten
Weiß:
Lässt kleine Gärten größer erscheinen, ideal als Brücke zwischen zwei kräftigen Farbtönen.
Blau:
Von weitem betrachtet bringt es optische Tiefe; im heißen Sommer »kühlt« und erfrischt es uns.
Gelb:
Holt die Sonne in schattige Gärten und erstrahlt unter Wolken. Blau und weiß sind die schönsten Ergän- zungsfarben. Achtung: Großflächiges »kräftiges« Gelb wirkt aufdringlich, in kleinen Tupfen eingesetzt aber wie gebündeltes Sonnenlicht!
Violett/Purpur:
Diese Blüten sind sehr selten in unseren Gärten vertreten. Sie wirken sehr elegant. Am besten nur in kleinen Gruppen pflanzen, damit der Garten für sie eine Bühne wird.
Rot:
Ist die Farbe der Nähe; sie braucht direkten Blickkontakt. Deshalb kommt sie am schönsten in der Nähe einer Sitzgruppe oder am Weg zur Geltung.
Rosa:
Ist ein Lichter Fleck im Blütenmeer, drückt Freude, Herzlichkeit und zarte Jugendfrische aus. Gut zu kom- binieren mit Blau und Weiß.
Staudenpflanzung planen
Wer seine Gartenflächen mit Stauden bepflanzen will, der sollte vorher eine Skizze im Maßstab 1:10 zeichnen. Bei einer solchen Planung sind nicht nur die Ansprüche der einzelnen Arten an Sonne oder Schatten und an den Boden zu berücksichtigen, sondern auch die Blühzeiten, Höhen und Farben.
Regenschirm für Pfingstrosen.
So robust Pfingstrosen erscheinen mögen, Regen vertragen sie nicht. Blätter und Blüten hängen nach einem Schauer wie nasse Waschlappen am Stängel. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Pfingstrosen bei Regen einen Unterschlupf bekommen. Vorausschauende Gärtner haben die Pfingstrosen unter dem Laubdach von Bäumen oder höher wachsenden Sträuchern gepflanzt. Wer dies nicht gemacht hat, der steckt vier Bambusstöckchen in direkter Nähe der Pfingstrosen in die Erde, so dass er bei Regen nur noch eine Plastikfolie darüberlegen muss. Wenn Sie zwei dieser Stäbchen kürzer machen, wird das gespannte Kunststoffdach schräg und das Regenwasser kann ablaufen.
Unvergängliche Schönheiten
Trockenblumen oder Immortellen - so werden die Blüher genannt, die ihre Blütenfarbe auch nach dem Trocknen behalten. Die beste Aussaatzeit ist April/Mai. Als »trockentauglich« gelten: Sand-Immortelle (ammobium alatum), Kugelamarant (gomphrena globosa), Stroh- blumen (helichrysum b-raeteatum), Sonnenflügel (helipterum humboldtianum), Meerlavendel (limonium) und Papierblume (xeranthemum annuum).
Der schnittige Zeitpunkt macht´s!
Entscheidend für Haltbarkeit und Farbenpracht ist der richtige Schnitt-Zeitpunkt: Es darf weder zu spät noch zu früh geerntet werden. Bei zu früher Ernte bleiben die Blüten im knospigen Zustand, bei zu später Ernte müssen wir damit rechnen, dass die Blüten unansehnlich werden und auseinanderfallen. Zum Trocknen werden die Blumen angedrahtet und in einem luftigen, am besten dunklen Raum (die Farbqualität bleibt erhalten) aufgehängt.
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