Bodenloses für Mutter Erde - Pflege, Doping, Kompost

Lebendige Erde
Fruchtbarer Gartenboden, das ist geballtes Leben! In den obersten 30 cm eines Quadratmeters Gartenboden tummeln sich bis zu 60 Billionen Bakterien, 10 Milliarden Strahlenpilze, 500 Millionen Einzeller und rund 200 Regenwürmer! Jeder dieser winzigen Bodenbewohner trägt mit seinen Aktivitäten zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. So sorgen Bakterien für die Umwandlung von Nährstoffen, während Strahlenpilze als ausgesprochene Zersetzungskünstler für den Humus bekannt sind. Regenwürmer verbinden Boden und Humus zum soge- nannten Ton-Humus-Komplex, der Basis für einen fruchtbaren Boden.

Wasserglastest oder:
Welchen Gartenboden haben Sie?
Damit Sie Ihren Boden mit Sachkenntnis bearbeiten und pflegen können, müssen Sie wissen, um welchen Typ es sich handelt. Stellen Sie mit einem einfachen Versuch fest, wie Ihr Gartenboden zusammengesetzt ist. Sie brauchen nur ein Glas Wasser und eine Handvoll Erde. Rühren Sie diese Mischung mit einem Löffel kräftig durch und warten Sie, bis sich die Teilchen zu setzen beginnen.

Bodentypen und ihre Eigenarten
Leichter Sandboden
sinkt rasch auf den Grund des Glases. Die Flüssigkeit darüber hebt sich klar, fast ungetrübt ab. Pflanzen leiden auf diesem Boden schnell an Durst und Hunger. Deshalb sollten wir die leicht körnige Erde mit Humus und bindigen Substanzen anreichern. Kompost, Tonmehl und Rindenhumus eignen sich dazu sehr gut.
Schwerer Lehm- oder Tonboden
mischt sich mit dem Wasser und färbt es trüb erdfarben. Nur kleine, grobe Teile sinken auf den Glasgrund. Pflanzen haben die größten Schwierigkeiten, ihre Wurzeln in die dichte Erde wachsen zu lassen. Sie erreichen eine Bodenverbesserung durch das Beimi- schen von Sand, Gründüngung, Kompost und Rinden- humus.
Humusreicher Gartenboden
setzt sich auf dem Boden des Glases ab. Das Wasser ist erdbraun gefärbt, bleibt aber durchsichtig. Auf der Oberfläche schwimmt eine dunkle Humusschicht. Gemüse, Obst und Blumen gedeihen darin fast von selbst!

Bodenbearbeitung:
Lockern ist besser als Graben
Vor jedem Neubeginn einer Gartensaison ist die Bodenbearbeitung unerlässlich. Das gilt sowohl für Neuanlagen als auch für alteingesessene Beete. Prinzipiell sollten wir auf das Umgraben im Garten verzichten, Ausnahme sind schwere Lehmböden oder Rohböden. In diesen Fällen graben Sie im Herbst mindestens spatentief um und lassen die grobe Scholle liegen. Bis zum Frühjahr sorgen Frost und Nässe schließlich für eine Verbesserung der Bodenstruktur. Alle anderen Bodenarten werden im Frühjahr lediglich an der Erdoberfläche mit sogenannten Bodenbelüftergeräten wie Kultivator, Grubber, Sauzahn usw. flach durchgekämmt.

Väterchen Frost sorgt für guten Boden
Der kalte Geselle hat in den Wintermonaten mit der gewaltigen Sprengkraft seiner Eiskristalle auch die hartnäckigsten Erdschollen zerkleinert. Dieser in der Gärtnersprache als Frostgare bezeichnete Boden, der besonders locker ist, fällt im Frühjahr herrlich auseinander - vorausgesetzt, wir packen es richtig an: Achten Sie zunächst darauf, dass die Frostgare nicht durch unüberlegtes Betreten oder Befahren mit dem Schubkarren verdichtet wird. Vorsichtig und schonend - das muss das Motto unserer Bodenbearbeitung sein. Benützen Sie zu diesem Zweck am besten einen Kultivator. Dieses Gartengerät sorgt mit seinen lanzenförmigen Spitzen dafür, dass der Boden nicht umgeschichtet, sondern nur flach gekämmt wird. Das erhält die Frostgare und sorgt für die optimale, krümelige Bodenbeschaffenheit, die unseren Pflanzen und Gemüsesorten das Anwurzeln erleichtert.

Hacken statt gießen
Gerade im Sommer - nach stärkeren Regenfällen oder häufigem Gießen - verschlämmt und verkrustet die obere Bodenschicht. Damit wird zum einen der wichtige Gasaustausch zwischen Luft und Erde eingeschränkt. Zum anderen entstehen Trockenrisse. Somit kann die Feuchtigkeit nach oben steigen und verdunsten. Das hat zur Folge, dass die Erde noch schneller austrocknet. Um diesem Wasserverlust vorzubeugen, sollte der Boden von Zeit zu Zeit mit Hacke oder Kultivator gelockert werden. Durch Hacken oder Aufrauen der Erde wird der Wasseraufstieg unterbrochen und der Luftaustausch wieder möglich.

Sonnenschutz für den Boden
Wenn die Sonne gnadenlos auf ungeschützten Boden brennt, spendet sie kein Leben. Im Gegenteil. Sie schadet indirekt gleich dreifach: Der Boden trocknet mehr und mehr aus, junges Gemüse leidet dadurch unter Wasser- und Nährstoffmangel und schließlich wandern Regenwürmer - ein sicherer Gradmesser für gesunden und ertragreichen Boden - ab. Es fehlt der Sonnenschutz! Deshalb: Bringen Sie eine 2 bis 3 cm dicke Mulchdecke aus. Das kann angewelktes Mähgut, verrotteter Kompost oder sackverpackter Rindenmulch sein. Bevor die Mulchdecke ausgebreitet wird, sollten Sie die Beetreihen mit gut krümelnden Geräten nochmals wurzelschonend lockern.

Die Ernährung der Pflanze
So wie die Vitamine im Körper des Menschen wichtige Aufgaben übernehmen, haben die Nährstoffe im Boden - wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und die Spurenelemente - wichtige Aufgaben für die Pflanzen zu erfüllen.

Die Wirkung der einzelnen Elemente
Stickstoff
ist ein Hauptnährstoff, der als Motor für das Pflanzen- wachstum bezeichnet wird. Als Bestandteil aller Eiweiß- verbindungen wirkt er sich unmittelbar auf das vegetative Wachstum aller grünen Pflanzen aus.
Phosphor
sorgt für den Aufbau von Eiweißstoffen und Bildung von Zucker und Stärke in der Pflanze.
Kalium
beeinflusst alle Stoffwechselvorgänge und reguliert den Wasserhaushalt, indem es die Wasseraufnahme begün- stigt und vor zu hoher Wasserverdunstung in Trocken- perioden schützt.
Magnesium
spielt bei der Bildung des Chlorophylls (Blattgrün) eine große Rolle.
Kalk
ist ein Baustoff innerhalb der Pflanze, der das Gewebe festigt und bei Bildung von Stärke und Zucker beteiligt ist.
Spurenelemente
sind Stoffe, die selbst in geringsten Mengen - Spuren - für die Pflanzen wirksam werden. Zu diesen Spurenelementen gehören Eisen (Fe), Mangan (Mn), Zink (Zn), Kupfer (Cu) und einige andere.

So erkennen Sie Überschuss und
Mangel von Nährstoffen in der Pflanze!
Stickstoffmangel
zeigt sich durch schwachen Wuchs der Pflanze. Die Blätter sind klein, färben sich gelblich grün, manchmal auch rötlich und sterben ab. Ein weiteres Merkmal ist die vorzeitige Bildung von Blüten (Notblüte) und schlechter Fruchtansatz. Stickstoffüberschuss färbt die Blätter.
Phosphormangel
macht sich durch schmutzig - grüne Verfärbung der Blätter bemerkbar. Es kommt zu schwachem Wurzel- wachstum, verzögerter Blütenbildung und Fruchtreife. Die Widerstandskraft gegen Frost und die Haltbarkeit ist sehr gering. Phosphorüberschuss tritt fast nie auf, da Phosphor im Boden festgelegt wird.
Kaliummangel
lässt Pflanzen welken, beeinträchtigt die Standfestigkeit und hemmt Blütenbildung und Fruchtansatz. Die Blätter färben sich vom Blattrand ausgehend gelb bis rotbraun. Kaliumüberschuss kann zu Verbrennungen (Salzschä- den) führen.
Magnesiummangel
führt zur Aufhellung der Blätter zwischen den Blattadern und lässt sie im Laufe der Zeit absterben. Schäden wegen Überfluss sind nicht bekannt.
Kalkmangel
lässt die Blätter deutlich aufhellen. Auch geringes Wachstum, schwache Wurzelbildung, geringe Erträge sind die Folgen davon. Typische Anzeichen von Kalkmangel sind z.B. Blütenendfäule bei Tomaten oder auch " Stippigkeit" bei Äpfeln.

Düngen muss sein
Wo eine Leistung gefordert wird, muss auch eine Gegenleistung erfolgen - so ist nun mal die Regel. Auf unseren Garten übertragen bedeutet das: Wenn wir einen optimalen Ertrag erwarten, müssen wir für die optimale Versorgung der Pflanzen sorgen. Alle Nährelemente, die dem Boden durch Pflanzenwachstum entzogen werden, sollten durch eine harmonische Düngung ersetzt werden. Darunter versteht man, dass alle Nährstoffe in einem günstigen Verhältnis im Boden vorhanden sind. Dabei kommt es auch darauf an, zu welchem Zeitpunkt und in welcher form die Düngung verabreicht wird.

Kraftfutter-Vergleich:
organisch oder mineralisch?
Ohne in die Diskussion über das Für und Wider dieser Dünger einzusteigen, sollen hier die verschiedenen Dünger vorgestellt werden. Damit Sie von Fall zu Fall entscheiden können, wer nun der richtige für ihre Pflanzen ist.
Organische Dünger
bestehen meist aus tierischen Abfallprodukten wie Hornmehl, Hornspänen, Blut und Knochenmehl. Sie haben einen hohen Anteil an Stickstoff und Phosphor, enthalten aber kein Kalium. Mit Hilfe von Mikroorganismen werden diese Düngemittel erst im Boden mineralisiert und können dann von den Pflanzen aufgenommen werden. Deshalb sind organische Dünger immer langsam wirkendes Kraftfutter.
Mineralische Dünger
sind im Grunde genommen auch aus natürlichen Stoffen hergestellt, die im Boden selbst, z. B. in Kali- und Kalkbergwerken sowie anderen Lagerstätten (Phosphor) enthalten sind oder aus der Luft (Stickstoff) gewonnen werden. Durch mechanische Bearbeitung entstehen daraus streufertige Düngemittel. Mineralische
Volldünger
werden, je nach Einsatzzweck, variabel zusammen- gesetzt. Im Gegensatz zu organischen Nährstoffen stehen sie den Pflanzen relativ schnell zur Verfügung. Volldünger enthalten die wichtigen Hauptnährstoffe (meist Stickstoff, Phosphor und Kalium) und erleichtern damit die Anwendung. Es gibt sie sowohl als reine Mineraldünger, die leicht löslich sind, als auch in der Verbindung mit organischen Düngemitteln.

TÜV für Gartenböden
Ebenso wie Sie Ihr Auto regelmäßig vom TÜV überprüfen lassen, so sollte auch Ihr Gartenboden hin und wieder kontrolliert werden. Oft sind die Böden nach dem Motto "viel hilft viel" durch zu viele Düngereinsätze mit Phosphor und Stickstoff überversorgt. Doch was auf der einen Seite zu viel ist, fehlt meistens auf der anderen! Das heißt, dass wichtige Nährelemente wie zum Beispiel das Magnesium in der Erde fehlen. Die Folge ist, dass unsere Pflanzen trotz Düngergaben nicht richtig gedeihen. Dieser falsche Einsatz von Düngemittel kostet nicht nur unnötiges Geld, er belastet auch unsere Umwelt. Denn der Stickstoff, der von den Pflanzen wegen Über- sättigung nicht aufgenommen wird, kann durch das Regenwasser bis ins Grundwasser ausgewaschen werden. Solche Fehler können wir vermeiden, wenn wir unseren Gartenboden alle zwei Jahre auf den Nährstoffgehalt durch landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalten usw. untersuchen lassen. Suchen Sie im Telefonbuch Ihr zuständiges Amt heraus. Sie können dort zunächst mit einem Freiumschlag die Richtlinien anfordern. Erfragen Sie vorab auch den Preis.

Ermitteln Sie den pH-Wert
Nur wer seinen Boden kennt, kann auch gute Ernteerträge haben! Sie sollten daher nicht nur den Typ, sondern auch seinen pH-Wert kennen. Dafür brauchen Sie nur die Teststreifen, die es für ein paar Mark im Gartenfachhandel zu kaufen gibt, 2 bis 3 Esslöffel Gartenerde und ein wassergefülltes Glas. Geben Sie die Erde hinein, rühren Sie um, so dass eine schlammige Mischung entsteht. Tauchen Sie ein Teststäbchen ein. Anhand des Verfärbungsgrades können Sie den pH Wert Ihres Boden erkennen. Stellt sich bei diesem Test ein Wert von pH 6 bis 7 heraus, so haben Sie es mit einem neutralen bis schwach saueren Boden zu tun, in dem die meisten Pflanzen gedeihen.

Doping für obstige Vitaminspender
Bei Obstgehölzen müssen Sie von einem Jahresbedarf von rund 120 g mineralischem Volldünger pro Quadratmeter ausgehen. Verteilen Sie diese Menge auf drei Termine mit jeweils 40 g-Gaben: März, Mai und Mitte Juli. Wer lieber organischen Dünger einsetzen möchte, muss pro Gabe rund 150 g rechnen. Übrigens: Von Juni an sind Obstbäume einer enormen Belastung ausgesetzt, weil sie bereits im Innern die Blüten für das kommende Jahr anlegen. Deshalb schadet eine kleine "Sonder-Ration" Kompost-Erde rund um den Stammfuß nicht!

Doping für Beerenobst
Mit Beginn des Frühlings - sobald der Boden frostfrei ist, werden Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren bärenstark gemacht. Sie bekommen pro m2 ca. 200 g Komposterde. Wenn Sie organische Einzeldünger wie Hornspäne, Knochen- und Blutmehl zu einer Düngung verwenden, brauchen Sie rund 50 g oder aber 40 g eines mineralischen Volldüngers. Achten Sie bei Heidelbeeren darauf, dass der Dünger keinen Kalk enthält! Eine Abdeckung der Pflanzfläche mit Frisch- kompost-Erde sorgt für eine langsam fließende Nährstoff- versorgung und während der Sommermonate für eine ideale Bodenfeuchte. Anfang August erhalten Beeren- sträucher die letzten Nährstoffe eines Gartenjahres. Erdbeeren erfahren in puncto Düngung eine Sonder- behandlung: Sie erhalten ihren Löwenanteil, nämlich zwei Drittel der Jahresmenge im August.

Doping im Gemüsebeet
In diesem "Leistungszentrum", in dem in schneller Folge die verschiedenen Gemüsesorten wachsen, muss der Boden über genügend Nährstoffe verfügen. Schließlich sollen die Pflanzen zum einen zügig und schnell wachsen und zum anderen muss die Bodenfruchtbarkeit erhalten bleiben. Da jedes Gemüse individuelle Ansprüche stellt, unterscheiden wir die Grunddüngung und die Kopfdüngung.

Die beste Art Kraftfutter zu sich zu nehmen!
Grunddüngung
erfolgt, wenn auf den Beeten ausgesät oder neu gepflanzt wird. Streuen Sie dann 40 bis 50 g mineralischen Volldünger pro m2 aus. Arbeiten Sie diese Düngergabe vorsichtig mit der Hacke in den Oberboden ein. Chinakohl, Endivien, Erbsen, Feldsalat, Grünkohl, Kopfsalat, Radieschen, Rettich und Zwiebel sind mit dieser Grunddüngung vollkommen zufrieden. Andere Pflanzen haben höhere Nährstoffansprüche und benötigen noch eine oder zwei "Kopfdüngungen".
Kopfdüngungen
nennt man so, weil sie nicht in die Erde, sondern auf die Erde gelangen. Die Kopfdüngungen werden frühestens im Juli ausgebracht. Gemüsepflanzen bekommen durchschnittlich 25 g Dünger, die doppelte Ration - also 50 g - verlangt der Sellerie.

Bunte Vielfalt kann
Düngereinsätze reduzieren
Lasst Blumen sprechen! Setzen auch Sie einmal anstelle des mineralischen Volldüngers auf Blumen - mit Hilfe der Gründüngung! Ob Wicke, Platterbsen, Lupinen, Senf oder Phacelia - dieses Team bietet - breitwürfig ausgesät - seine Dienste direkt nach der Gemüseernte an. Es beschattet den Boden, verhindert Erdverschlämmungen, reichert die Beete zusätzlich mit Humus an und lockert sie mit kräftigem Wurzelwerk. Die sogenannten Leguminosen sorgen zudem dafür, dass der Stickstoffmangel behoben wird.

Gründünger-Team –
der ideale Wintermantel
Sobald Väterchen Frost sein erstes Machtwort spricht, legen sich die abgestorbenen Pflanzen wie eine schützende Decke über das Beet. Tragen Sie erst im zeitigen Frühjahr die bodenbedeckenden Pflanzenreste ab und bringen Sie sie auf den Kompost. Leider ist es nicht zu empfehlen, das Material direkt ins Beet unterzuarbeiten, da sonst leicht wassersperrende Schichten entstehen können.

Das Gold des Gärtners: Komposterde
Wenn wir uns bewusst machen, dass auf jedem Quadratmeter Garten durchschnittlich 4 kg Grünmaterial anfällt und wir auch an die Müll-Problematik denken, dann führt am Komposthaufen kein Weg vorbei! Zudem sorgt "der Bauch des Gartens" nicht nur für die Verdauung der Gartenabfälle, sondern recycelt sie zur nährstoffreichen Erde. Gerade im Herbst ist man über die "Recyclinganlage" froh. Denn dann fallen Unmengen an Laub, gehäckselte Äste, Rasenschnitt, krautige Abfälle, alte Erde aus Blumenkästen an, die er ohne zu murren schluckt. Doch auch der Komposthaufen liebt die Abwechslung: Er will die organischen Küchenabfälle. Dahinter verstecken sich rohe Gemüsereste, Kaffeesatz, Teefilter, zerdrückte Eierschalen - also alle die Dinge, die bei der Speisezubereitung anfallen. Auch geringe Mengen Zitrus-Schalen dürfen auf den Kompost.

Keine Eintrittskarten erhalten ...
für den Kompost sogenannte Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecken, Winden, kranke Pflanzenteile (Mehltau, Kohlhernie, Himbeerrutenkrankheiten usw.). Auch der Inhalt vom Staubsaugerbeutel hat bei der Humusproduktion ebenso wenig verloren wie die Streu unserer Stubentiger. Damit unser Komposthaufen nicht zum Treff für Mäuse und Ratten wird, dürfen keine Speisenreste - egal ob gekocht oder roh - auf den Kompost. Zudem haben auch hier weder Windeln noch bedrucktes Papier ihren richtigen Entsorgungsweg gefunden.

Der richtige Platz
Nicht jede Ecke im Garten ist für die "Recyclinganlage" geeignet. Unter schattenspendenden Baumkronen sind die Voraussetzungen ideal, denn Kompostmaterial möchte im Schatten verrotten. Da solche Plätze nicht in jedem Garten zur Verfügung stehen, haben die meisten Fertigkomposter Abdeckungen, so dass der Kompost vor direkter Sonne und zu viel Regen geschützt ist.

Bummelstreik von Regenwurm & Co.
Nichts ist für den Gärtner erfreulicher als das rasche Verrotten des Kompost-Materials. Dies hängt entscheidend von der Temperatur des Rottevorganges ab. Wenn die Kompostmiete so richtig entfacht ist, steigen die "Betriebstemperaturen" bis auf 70°C an. Dafür sorgt ein emsiges Millionenheer von winzigen Mikroorganismen. Sobald sich die Temperatur auf 20 bis 30°C eingependelt hat, beginnen Regenwurm & Co. mit ihrer Arbeit. Da die Regenwürmer auch über den Herbst hinaus aktiv bleiben, ist es nicht sinnvoll, halbfertigen Kompost in der kalten Jahreszeit umzusetzen. Das wird zwar häufig gemacht, doch richtig ist es nicht. Der Grund liegt auf der Hand: Durch das Umsetzen sinkt die Betriebstemperatur des Kompostes stark ab. Die noch bleibenden und für Regenwürmer optimalen Grade werden unterschritten. Die Folge davon ist der "Bummelstreik" der Regenwürmer - die Humusproduktion wird verzögert.

Wintermantel für Komposthaufen
Schützen Sie ihren Kompost vor Frost! Mit mehreren Lagen Kartoffelkraut oder einer dicken Erdschicht können Sie die gute Arbeitslaune von Bakterien und Regenwürmern auch während der kalten Jahreszeit fördern.

Die drei Gold-Typen
Die richtige Anwendung des Kompostes ist von seinem Reifegrad abhängig.
Frischkompost
ist erst 6 Monate alt und enthält noch deutlich erkennbare Teilchen. Als schnell verfügbarer Dünger wird er bei den robusten Pflanzen eingesetzt, wie Bäume und Sträucher oder zum Abdecken der Beete. Mit gesiebtem Frischkompost können Sie auch Kohlarten, Tomaten, Kürbis und Frühkartoffeln düngen - aber: Setzen Sie den jungen Kompost nie bei jungen und empfindlichen Kulturpflanzen ein, da er Hemmstoffe enthält, die das Wurzelwachstum empfindlich stören. Auch auf dem Rasen und in Zierbeeten hat der Frischkompost nichts verloren.
Reifekompost
hat seine gute Qualität nach 9 bis 12 Monaten erreicht. Er kann in bestimmten Mengen und Mischungen für alle Pflanzen im Garten verwendet werden.
Altkompost
der über ein Jahr gelegen hat, hat seine Düngekraft bereits wieder verloren, er kann nur noch als Boden- verbesserer eingesetzt werden.

Wer kriegt wieviel?
Nach rund einem dreiviertel Jahr stellt uns die Recycling-Anlage im Garten nährstoffreiche Erde bereit, die nach dem Sieben sofort eingesetzt wird. Im Gemüse- und Blumenbeet können Sie 3 bis 4 mal im Jahr eine 1 cm dünne Kompostschicht ausbringen, die mit der Hacke leicht eingeharkt wird. Bäume und Sträucher werden ebenfalls jedes Jahr mit einer 3 cm dicken Kompost- auflage, die um den Stammfuß ausgebracht wird, verwöhnt. Bei Neupflanzung werden für das Pflanzloch ein Teil Kompost mit drei Teilen Erde gemischt. Auf den Rasen können wir 1 bis 2 kg Kompost pro m2 verteilen. Für Zier- und Balkonpflanzen muss die Komposterde gemischt werden. Das ideale Mischungsverhältnis zwischen Kompost und Gartenerde liegt bei 1:3.

Die Kompost-Frühjahrs-Kur
Allzu oft sieht man, dass die Komposterde bereits im Herbst auf die Beete gebracht wird. Dieser Einsatz ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn Sie zuviel von dieser wertvollen Erde haben. Denn während der Wintermonate werden die Nährstoffe durch das Schmelzwasser in tiefere Bodenschichten eingeschlämmt. Der richtige Zeitpunkt für das Ausbringen der Komposterde ist im Frühjahr - rund vier Wochen bevor die Beete bepflanzt werden. Obstbäume, Beeren und Sträucher bekommen mit Beginn des Austreibens ihre Ration. Der Rasen wird erst im April, wenn er einigermaßen abgetrocknet ist, mit feingesiebter und mit Sand vermischter Komposterde verwöhnt.


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