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Wut, Enttäuschung und ein leises Fluchen ist unsere Reaktion, wenn wir sehen, was sich über Nacht in unseren Beeten abgespielt hat: Eine glänzende Schleimspur zeigt Richtung Salatbeet, ein grau-weißer Überzug bedeckt die Erdbeeren. Kohlweißlingsraupen haben sich über den Kohl hergemacht, schwarze Läuse sind über die Margeriten hergefallen. Klar ist, dass es mit der geballten Faust in der Hosentasche nicht mehr getan ist. Es muss gehandelt werden, aber bitte ohne chemische Keule!
Ein Heim für gefiederte Freunde
In jedem Garten sollte mindestens ein Nistkasten für Vögel hängen. Denn unsere gefiederten Freunde transportieren zur Aufzucht ihrer Jungen 75 kg(!) der ärgerlichen Insekten in das Nest.
Blühende Kantinen für
Schädlingsbekämpfer
Blattlausvernichter wie Flor- und Raupenfliegen brauchen blütenreiche Gärten. Eine blühende Pracht von Sommer- blumen gibt´s durch "Nützlings-Pflanzensamen-Mischun- gen" (Fachgeschäft).
Eine Laubburg für Mecki & Co.
Neben einem Blütenmeer braucht der Marienkäfer (bekämpft Schildläuse und Spinnmilben) im Herbst eine Laubburg in einer unbenutzten Gartenecke, die er gerne mit dem Igel (dem großen Schneckenvertilger) teilt. Auch Lauf-, Raub- und Weichkäfer, die nicht nur Läuse, sondern als Larven auch Schnecken in ihre Schranken verweisen, fühlen sich zwischen Holz und Laubresten am wohlsten.
Der Schlafsack für die Ohrenzwicker
Die nachtaktiven Ohrwürmer (sie gehören zu den besten Läusejägern) versammeln sich gerne in Ohrwurmtöpfen, die in die Kronen der Obstbäume gehängt werden. Die mit Holzwolle gefüllten Tontöpfe (Durchmesser ca. 10 cm) brauchen Baumkontakt. Der Abstand zwischen Ast und Topf soll nicht größer als 5 cm sein.
Hausgemachte Spritzmittel
Aus frisch gesammelten oder getrockneten Pflanzen lassen sich Spritzbrühen ansetzen. Je nach Grund- rezeptur unterscheidet man Tee (Pflanzen mit kochendem Wasser aufgießen und 20 Minuten ziehen lassen), Auszug (zerkleinerte Pflanzenteile in kaltem Wasser 24 Stunden ziehen lassen), Brühe (wird wie ein Auszug angesetzt, jedoch anschließend noch etwa 25 Minuten aufgekocht) und Jauche (Pflanzenbrühe, die bereits in Gärung übergegangen ist - sie wird nie unverdünnt ausgebracht). Als allgemeine Faustregel für diese Extrakte gilt: 1,5 kg Pflanzen reichen für 10l Wasser!
Ackerschachtelhalm:
als Brühe oder Jauche, 1:5 verdünnt, gegen Pilzerkrankungen, insbesondere Mehltau- und Rußtau.
Brennessel:
als Jauche 1:10 verdünnt, gegen Läuse und Spinnmilben; als Auszug unverdünnt gegen Blattläuse.
Farnkraut:
als Jauche 1:10 verdünnt, gegen Schild- und Blutläuse sowie Blattläuse und Schnecken; als Brühe unverdünnt gegen Pilzerkrankungen.
Kapuzinerkresse:
Als Tee unverdünnt gegen Blutläuse. Knoblauchzehen: als Jauche 1:2 verdünnt gegen die Möhrenfliege; als Tee (80 g Blätter pro 1) unverdünnt gegen Pilzerkrankungen.
Meerrettich:
als Brühe (300 g Blätter und Wurzeln) unverdünnt gegen Monilia-Erkrankung.
Rhabarberblätter:
als Jauche 1:5 verdünnt gegen Läuse und Raupen.
Tomatenblätter:
als Jauche unverdünnt gegen Kohlweißlinge.
Milch macht Tomaten fit
Magermilch oder Molke unverdünnt über die Tomaten gespritzt, schützt vor Pilzerkrankungen. Kalte Auszüge Zum Schutz vor Schnecken können Gemüse und Blumen mit kalten Auszügen aus den Blättern von Begonie oder Johannisbeere sowie Lavendelblüten bespritzt werden (1 kg Blätter mit 10l kaltem Wasser übergießen - 2 Stunden "ziehen" lassen).
Überraschen Sie die Schnecken im Schlaf!
Schnecken brauchen tagsüber Schlupfwinkel, in die sie sich zurückziehen können. Um sich das nächtliche Absammeln zu ersparen, können Sie künstliche Schlaf- plätze anbieten und sie dort bequem absammeln. Altes Holzbrett, Dachziegel, große Gemüseblätter (z. b. Rhabarber), ausgehöhlte Pampelmusen oder umgedrehte Tontöpfe. Wichtig: Stellen Sie die Schlafplätze in der Nähe der "Futterplätze" auf.
Der todsicherste Platz ist an der Theke!
Die altbekannte Bierfalle ist und bleibt die erfolgreichste Schneckenbekämpfung! Sie füllen ein altes Glas gut zur Hälfte mit Bier und graben es ins Beet ein. Die Schnecken werden von der "Bierfahne" angelockt und ertrinken in der Flüssigkeit. Nach diesem Prinzip funktioniert auch die Katzenfutterfalle. Ein fast leeres Futterdöschen wird bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Beim Versuch, ans Katzenfutter zu kommen, fallen die Schnecken ins Wasser und ertrinken.
Appetitzügler für Mollusken (Schnecken)
Schnecken vergeht der Appetit, wenn Bohnenkraut, Majoran, Senf, aber auch Kapuzinerkresse an den Beeträndern wachsen. Auch die Blätter von Tomaten und Farnkraut verderben ihnen die Freude am Essen!
Schranken, die schützen
Gehäckselte Baumrinde, Fichtennadeln, Sägemehl, gehäckseltes Schilf oder Algenkalk bilden - solange sie trocken sind - Schutz vor den gefräßigen Schnecken. Sicherste Barriere: Schneckenzaun aus Plastik oder Blech.
Schalenwickler:
" ... und ewig lockt das Weib!"
Ein Duft liegt in der Luft - auch im Reich der Insekten. Hier lassen sich die Männchen durch ein spezielles "Parfüm" der Damen derart verführen, dass es kein Halten mehr gibt. Sie müssen sofort zu einem Rendezvous herbeifliegen. Diese Schwäche der Männerwelt können wir uns zu eigen machen, um bestimmte Schädlinge im Obstgarten in Schach zu halten. Mit einem künstlich hergestellten Duftstoff locken wir die männlichen Falter des Apfel-, Pflaumen- und Fruchtschalenwicklers in eine "Pheromonfalle". Einmal dort gelandet, gibt es von dem leimbestrichenen Boden kein Entrinnen mehr. Und da die ebenfalls um das Liebesglück gebrachten Damen alleine bleiben, stellt sich auch kein gefräßiger Nachwuchs in Form von Maden ein. Die Pheromonfalle inklusive Leimboden und Duftkapsel gibt es im Gartenfachhandel zu kaufen und sollte spätestens ab Mai in Kopfhöhe in den entsprechenden Obstbäumen hängen.
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Kampf dem Frostspanner
Im Herbst sollten alle Obstbäume ihren berühmten Leimring bekommen. Dieser Gürtel mit der breiten Klebefläche soll verhindern, dass die Frostspanner- weibchen - von Natur aus flugunfähig - am Stamm entlang zur Eiablage in die Baumkrone gelangen. Im Frühjahr schlüpfen - direkt an den Knospen - dann die grünen, katzenbuckelähnlichen (äußerst gefräßigen) Raupen. Damit die Leimringe (gibt's im Gartenfachhandel) eine gute Fangwirkung haben, müssen sie eng um die Baumstämme gelegt werden. Gegebenenfalls muss die Rinde mit einem Spachtel zuvor etwas geglättet werden. Generell sollten Sie die Leimringe etwa in 1 m Höhe (vom Boden her gemessen) anbringen. Im Februar wird oberhalb des alten Leimringes - der dann entfernt wird - ein neuer angebracht.
Obstbäume nur im
Mausohrstadium spritzen!
Was überwinternde Schädlinge an Obstgehölzen anrichten können, sieht der Obstgärtner in jedem Jahr. Die ungebetenen Gäste wie Fruchtschalenwickler, Frostspannerraupen, Apfelblütenstecher oder gar die Josè Schildlaus können uns die Freude an den Vitaminspendern ziemlich vermissen. Sollten diese Schädlinge überhand genommen haben, hilft nur noch Spritzen. Wenn dieser Einsatz unumgänglich sein sollte, müssen Sie die Arbeit spätestens Anfang April, wenn sich die Knospen gerade öffnen (Mausohr-Stadium), in die Tat umsetzen. Zu diesem Zeitpunkt sind weder Vögel mit dem Nestbau beschäftigt noch andere Nützlinge wie Bienen in großer Zahl unterwegs. Trotzdem sollten Sie sich im Gartenfachhandel ausschließlich nicht- bienengiftige Präparate kaufen. Für den Erfolg einer zeitigen Spritzung ist es unerlässlich, dass Sie auch die in den Astgabeln oder unter loser Rinde sitzenden Schädlinge sicher erfassen. Besprühen Sie deshalb stets erst dann einen neuen Baum, wenn der gerade behandelte rundum eingenebelt ist.
Nützlinge auf Raubzug
Den Wissenschaftlern ist es gelungen, 10 Millionen Gartenhelfer derart zu verpacken, dass sie jedem und überall zur Verfügung stehen. Diese mobile Einsatztruppe gibt es im Gartenfachgeschäft zu kaufen. Die nützlichen Fadenwürmer - die es auf die Larven des gefürchteten Dickmaulrüsslers und andere schädliche Maden und Raupen im Boden abgesehen haben, wurden in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt. Mit Hilfe von Wasser und einem Aktivator werden die Bodennützlinge dann direkt am Einsatzort (z.B. Gemüsebeet, Rasen, Balkonkasten) wieder aufgeweckt und mit der Gießkanne ausgebracht. Unverzüglich machen sie sich dann im Boden auf Raupenjagd und zwar nach den Larven von Dick- maulrüßlern, Wiesenschnaken und Trauermücken ebenso wie nach Erdraupen, Engerlingen und Maulwurfsgrillen. Finden sie im Boden keine "Opfer" mehr, verschwinden auch die Nützlinge wieder.
Mehltau - aber leider nicht zum Backen
Damit sich der gefürchtete Schadpilz gar nicht erst einnisten und breit machen kann, sollten wir bereits beim Gießen der Pflanzen darauf achten, dass die Blätter nicht nass werden. Deshalb muss beim Wässern der Wasserstrahl ausschließlich auf den Wurzelanlauf gehalten werden. Zudem kann die Widerstandskraft der Pflanzen gegen diesen Pilz gestärkt werden. Besonders empfehlenswert sind natürliche, pflanzliche Konzentrate, die auf der Basis von Sachalin - einem Staudenknöterich - hergestellt werden. Beginnen Sie im Mai (zu Beginn alle 8 Tage, später jede zweite Woche) die Widerstandkraft gefährdeter Kulturen zu stärken.
Maus oder Maulwurf
Neben den typischen Fraßspuren kann man an den Löchern feststellen, wer sich eingenistet hat. Mäuselöcher haben eine ovale Öffnung, die an die Form einer Null erinnert und die Erde wurde unordentlich aufgeworfen. Die nützlichen und geschützten Maulwürfe sind an den sauber aufgehäuften Erdhügeln zu erkennen, der Eingang des Hügels sieht wie eine " quergelegte" Null aus.
Raus mit der Maus!
Kaiserkrone, Knoblauch, Thujazweige und Holunderbrühe vertreiben zum Beispiel die ungebetenen Gäste. Als flankierende Maßnahme gegen die lichtscheuen Wühler eignen sich halb vergrabene Flaschen. Streicht der Wind darüber, ertönen abschreckende Pfeiftöne. Das sicherste Mittel gegen die Nager sind jedoch Fallen. Sie werden möglichst tief in einem freigelegten Gang versteckt und sorgfältig überdacht. Wichtig ist, dass die Falle nicht nach Mensch oder Seife riecht, deshalb sollten Sie unbedingt Gartenhandschuhe tragen.
Ärgerliche Freundschaft:
Ameisen und Blattläuse Ameisen sind nicht unmittelbar schädlich für Blumen oder Gemüse! Aber sie verschleppen Blattläuse und pflegen sie, um ihnen den Zuckersaft abzumelken. Dies allein ist schon Grund genug, dass Ameisen nur in einem begrenzten Maße zu akzeptieren sind.
Verwirren Sie die Ameisen
Ameisen orientieren sich auf ihren Wanderungen stets an Duftmarken auf ihren Straßen. Mit Hilfe eines neu entwickelten, naturidentischen Geruchstoffes (im Fachhandel) wird der Orientierungssinn der Lästlinge derart verwirrt, dass sie ihr eigenes Nest nicht mehr finden und abwandern. Auf diese Weise wird die Brut nicht mehr versorgt, der Ameisenstaat zerfällt.
Düfte, die Ameisen verduften lassen
Der süße Duft von Lavendel wirkt abstoßend auf Ameisen. Ebenso jagt die frische Würzkraft von Kerbel, Thymian und Majoran die Ameisen aus den Löchern.
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