Mein letzter Garten –
Der Friedhof als Landschaftsgräberfeld            

Lange Zeit hat man geglaubt, die Friedhofskultur sei wie ein Fels in der Brandung, geschützt von Friedhofsgesetzen und Satzungen. Schließlich war die klassische Gliederung vorgegeben: Erdbestattungen mit Reihengräbern oder Urnenfeldern, Wahlgräber in denen entweder Särge oder Urnen beigesetzt wurden, und – für finanziell Unabhängige - auch Mausoleen und Grüfte.

Gruft                                                                                                                                

Bekanntlich ist nur das Leben endlich – denn die Zeit, sie bleibt nicht stehen.

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Schritt für Schritt haben sich die Menschen, die Trauernden, die Hinterbliebenen, aber auch diejenigen, die Vorsorge für ihre eigene Bestattung treffen, ihre eigenen Wege gesucht und nach  Freiräumen Ausschau gehalten.

Es fing jenseits der Friedhöfe an - mit Seebestattungen. Doch bald lehnten sich  Menschen gegen die strengen Gestaltungsrichtlinien auf Friedhöfen auf und so kamen in den 80iger Jahren Waldfriedhöfe und schließlich seit einigen Jahren auch die anonyme Bestattung hinzu.

Gruft

In jüngster Zeit jedoch  hat sich der Blickwinkel wieder geändert und hat die Menschen erkennen lassen, dass es nicht um Anonymität geht, sondern um Emotionen: Friedhöfe werden gestaltet wie Wälder, Bäche und Seen vermitteln ein Ambiente von Frieden und Ruhe, Gräber werden individuell angelegt.

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Friedhofsgärtner wurden aktiv und zeigten ihre wahres Können auf Bundes- und Landesgartenschauen. Mit diesem Schritt ins Licht der Öffentlichkeit wurde der Friedhof aus der Tabuzone gehoben.

Friedhofsgärtner zeigen den Weg auf, weg von der 08/15  Grabbepflanzung und hin zu individuellen Bepflanzungen.

Gruft

Doch bei dem Gedanken der Beisetzung in ein Grab haben so manche ihre Befürchtungen, verbunden mit rein praktischen Erwägungen:

“Wer wird mein Grab pflegen“ oder auch die Sorge „Ich möchte doch niemanden zur Last fallen.“

Deshalb die Frage:

Muss „pflegefrei“ unbedingt „anonym“ bedeuten? 

Ein klares Nein kommt aus Karlsruhe – und zwar von der Friedhofsverwaltung!

Gruft

Mit dem Landschaftsgräberfeld „Mein letzter Garten“ wurden hier bundesweit neue Maßstäbe gesetzt.

Gruft

Abweichend von dem bisherigen Erscheinungsbild auf Friedhöfen, bei dem sich Grab an Grab reiht und die Hinterbliebenen einen ganz bestimmten Flecken versorgen und betreuen, wurden hier zwei landschaftlich ansprechende Flächen gestaltet, in die sich die künftigen Erdbestattungsgräber wie auch die Urnengrabstätten dezent einfügen. Beide Felder gehören zusammen unter dem Namen „Mein letzter Garten“.

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Bei der Planung und Ausführung wurden unterschiedliche Elemente der Landschaftsgestaltung ausgewählt und zu einem Gesamtbild vereinigt, das sich harmonisch in den Friedhof einfügt. Der Wasserfall mit einem sich daran anschließenden versiegten Bachbett verleiht dem Feld einen meditativen Charakter.

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Die Gliederung des Bereiches erfolgt mit verschiedenen Bäumen. Besondere Stauden und Pflanzen, wie beispielsweise Bambus, geben dem Gräberfeld einen fast fernöstlichen Anschein. Das zweite Feld besticht wieder durch seine üppige Gestaltung und auch hier ist das Wasser ein wichtiges Element. Neu sind hier die Erdbestattungsgräber, die weinbergartig angelegt sind. Zu jedem Grab gehört eine Stele, die individuell gestaltet werden kann.

Gruft

Mit dem neuen Angebot sollen verschiedene Gruppen angesprochen werden. Zum einen sind dies die der Natur im besonderen verbundenen Menschen. Auf der anderen Seite soll mit dem Angebot der immer stärker werdenden Nachfrage begegnet werden, alles aus einer Hand bzw. "all inclusive" zu erhalten. Die Grabflächen werden langfristig inklusive der Versorgung der Grabbereiche sowie der unterschiedlichen Grabzeichen im Paket zu einem Festpreis angeboten. Damit ist die eigentliche Grabpflege integraler Bestandteil dieser Bestattungsalternative und muss von den Angehörigen selbst nicht ausgeführt werden. Hinterbliebene sollen sich sicher fühlen können, dass das Grab gepflegt ist – dies ist vor allem für diejenigen wichtig, die aufgrund der nomadenhaften Lebensweise unserer Zeit sich nicht selbst um die Grabversorgung kümmern können.

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Fotos:
CMA, Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner

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