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Karl der Große soll ihn „Weinmonat“ genannt haben. „Dachsmonat“ nennen ihn die Jäger. Die Rede ist vom Oktober, der im alten Rom noch der achte Monat des Jahres war und daher nach „octo“, der Zahl Acht, benannt ist. Der Oktober meint es gut mit uns: Meist erscheint er als Schönwetterperiode und seine nebligen Schleier legen einen geheimnisvollen Zauber über Wiesen und Felder. Milder Sonnenschein gießt Zucker in Früchte und Wein. Kräftige Winde wirbeln Papierdrachen umher und viele Gehölze und Stauden zeigen sich in ihrem schönsten Festkleid aus leuchtendem Herbstlaub. Ganz von selbst entsteht eine friedliche, wohlige Stimmung, ausgelöst von der Prahllust des Oktobers und dem nahenden Winter. Wen zieht es jetzt nicht hinaus in goldene Wälder und Parks? Glücklich diejenigen, die ihren eigenen Indianersommer zu Hause haben; denn bei der Pflanzenauswahl für den Garten achten sie nicht nur auf die Blütenpracht. In den letzten Monaten des Jahres sehnt sich Mensch besonders nach Farbe. Mit dem flachen Sonnenstand entstehen im Oktober faszinierende Lichtspiele durch die unterschiedlichen Verfärbungen der Blätter oder den prächtigen Fruchtschmuck. Herrlich, wenn der Garten klug angelegt ist und an die Verwandlung im Herbst gedacht wurde: Der Oktober entzündet dann ein wahres Feuerwerk!
Viele Pflanzen legen im Herbst ihr Festkleid an und zeigen sich in leuchtenden Farben, z.B. der Fächerblattbaum (Ginkgo), der Liebesperlenstrauch (Callicarpa), die Kornelkirsche (Cornus mas), manche Magnolien und auch einige der vielgestaltigen, anspruchslosen Spiersträucher (Spiraea). Ahorne sind bekannt für ihre prachtvolle Herbstfärbung, mit der sie die Blicke auf sich ziehen. Ein kleiner Baum mit großer Wirkung ist z.B. der Feld-Ahorn 'Elsrijk', dessen Blätter sich im Herbst leuchtend gelb färben und lange an den Zweigen haften bleiben.
Koniferen, wie Nadelgehölze oft auch genannt werden, sind mit ihrem Formenreichtum und dem großen Spektrum an Grün-, Blau- und Gelbtönen faszinierende Gestaltungselemente für einen ganzjährig attraktiven Garten. Gelb hat eine besonders gute Fernwirkung und gelbnadlige Koniferen, z.B. aus den großen Gruppen der Eiben (Taxus), Scheinzypressen (Chamaecyparis) und Lebensbäume (Thuja), bieten auch an winterlich-trüben Tagen noch Lichtblicke im Garten.
Gelbe, grüne und blaue Farbtöne mit ihrer Farbenvielfalt bringen Koniferen auch Farbe in den Garten
Zusätzlich zu Blättern und Nadeln tragen natürlich auch Früchte zum "goldenen Oktober" bei. Zieräpfel (Malus) spielen im Frühling und im Herbst in der ersten Liga: Zu Beginn der Gartensaison verzaubern sie den Garten mit ihrer Blütenfülle, zum Ausklang des Gartenjahres beeindrucken sie mit ihrem üppigen Fruchtschmuck. Das Farbenspektrum der Mini-Äpfel reicht von strahlendem Gelb über Orangetöne bis hin zu dunklem Rot. Auffallend gelb sind auch die Früchte der dornenlosen Scheinquitte 'Cido', die einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt haben und sich z.B. zu Gelee und Obstsäften verarbeiten lassen.
Herbstanemonen, Eisenhut (Aconitum) und andere spät blühende Stauden sorgen jetzt für einen eindrucksvollen Endspurt im Staudenbeet. Manche Stauden wie z.B. Salbei (Salvia) können durch einen leichten Rückschnitt nach der Hauptblüte zu einer Nachblüte bis in den Herbst hinein angeregt werden. |
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