KÜRBIS – Die Welt der größten Beere

Pflanzzeit

Die Dahlien haben die Blühdienste im Garten übernommen, die Weintrauben warten nur darauf endlich  gelesen zu werden und die Balkonkästen bereiten sich auf das Winterquartier vor, dann ist die Zeit für die größten Beeren der Welt gekommen.

Die Zeit der Kürbisse. Mit der Entdeckung Amerikas 1492 durch Christoph Kolumbus kam auch der Kürbis nach Europa. Sie gehört zu den ältesten Pflanzen die wir kennen, denn man weiß heute, dass bereits die Indianer 6000 vor Christus das Fruchtfleisch-Mus (gequetsches  Fruchtfleisch) zum heilen der Wunden einsetzten.

Heute noch ist der Kürbis in der  Naturmedizin hoch geschätzt – z.b. Rheuma, Diabetes, Prostata und Blasenleiden usw.  

Was ist das Besondere am Kürbis?

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Kürbisse  entwickeln die größten Früchte der Erde und sind somit die größten Beeren der Welt: Als Beerenfrüchte bezeichnet man solche Früchte, deren meist zahlreiche Samen in das Fruchtfleisch eingebettet sind. So wie es neben dem Kürbis auch seine nahen Verwandten, wie Gurke und Melone oder Tomaten, Johannis- und Stachelbeere erkennen lassen. 

Somit hat der Kürbis seinen botanisch-Namen  „Cucurbita“ – übersetzt  "Panzerbeere“ – auch verdient. Ihr deutscher Name leitet sich vom lateinischen "Corbis" für Korb ab.

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Von Mini bis Gigantisch – alles ist vertreten

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Insgesamt gibt es mehr als 850 Sorten, vom kleinen Zierkürbis mit 50 Gramm bis hin zum 766 Kg  (USA)

– Anmerkung: schwerster Kürbis in Deutschland 604 kg ! Baden-Württemberg –.

Die Früchte gibt es in fast allen Farben und Formen: Es gibt orange und rote Früchte, aber auch grüne, bläuliche und schwarze, solche mit Streifen, Flecken und netzartigen Mustern. Kürbisse können rund, oval, flaschenförmig oder gar wie eine fliegende Untertasse ausgebildet sein. Neben glatten Oberflächen können Kürbisse auch eine geriefte oder warzige Struktur haben. Die meisten Kürbisse sind genießbar,  andere sind es definitiv nicht wegen ihrer giftigen Bitterstoffe.

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Wie unterscheidet am  die Kürbissorten?

Wir unterscheiden zunächst Zier- und Speisekürbis

Generell unterscheidet man zwischen Sommer- und Winterkürbissen.

Sommerkürbisse

Cucurbita pepo, Kennzeichen: eckiger Stiel

Sie werden in der Regel unreif geerntet und verarbeitet. In diesem Zustand besitzen die Kürbisse eine weiche, essbare Schale. Ihr Fruchtfleisch ist fester und weniger mehlig als das der Winterkürbisse. Am besten schmecken sie jung geerntet. Zu dieser Art gehören: Zucchini, Rondini (Nizzakürbis), Spaghettikürbis

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Zucchini ist ein Sommerkürbis

Speise-, Riesen- oder Winterkürbisse

Cucurbita maxima, Kennzeichen: runder Stiel)

können bis zu 50 Kilo oder mehr auf die Waage bringen. Ihre Schale ist dick, fest und in den meisten Fällen nicht essbar. Sie entfalten ihr Aroma erst bei voller Reife. Dazu gehören: Gelber oder Roter Zentner und die so genannten Hubbard-Typen, die einen nussartigen Geschmack haben.

Zu den Hubbards zählen die beliebten Hokkaidos mit aromatischem orangerotem Fleisch. Ihr Gewicht liegt zwischen anderthalb und zwei Kilogramm, sie sind sehr gut haltbar und die Schale kann mitverzehrt werden.

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Bei Hokkaidos kann die Schale mitgegessen werden!
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Wie werden Kürbisse richtig geerntet?

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Kürbisse müssen reif geerntet werden, denn nur wenige Sorten reifen im Lager nach.

Sofern nicht zu guter Letzt Beet oder Acker abzuräumen sind, werden von einer Pflanze bei trockenem Wetter nur die reifen Früchte geerntet, die anderen weiter wachsen gelassen. Trockenes Wetter bei der Ernte ist generell besser, weil Pflanzen, die während der Ernte verletzt werden, bei feuchtem Wetter schneller zu faulen beginnen.

Reifetest durch Klopfprobe

Die Reife wird durch die optische Beurteilung der Frucht bestimmt. Möglich ist aber auch die Klopfprobe: Wer an einem reifen Kürbis klopft, erkennt im Vergleich mit einem unreifen, dass der reife etwas hohler klingt. Der unreife Kürbis ist also noch deutlich fester. Zudem ist der verholzende Stiel im Gegensatz zum krautigen Fruchtstiel ein Zeichen der Pflückreife. Diese Reifezeichen sind bei Speise- und Zierkürbissen gleich.

Besonders Wichtig:

Damit der Kürbis im Lager hält, muss er mit Stielansatz geerntet werden – sonst fault er leicht.!

Gleiches gilt, wenn die Früchte nicht vorsichtig geerntet werden und Druckstellen oder Wunden bekommen, die eine frühzeitige Fäulnis fördern. Sorgfältig geerntete Speisekürbisse können zunächst noch warm und in der Sonne zwischengelagert werden, um ihre Schale fester und ihre Ausfärbung noch intensiver werden zu lassen. Werden die Speisekürbisse anschließend bei zwölf bis 15 Grad Celsius kühl und trocken gelagert, halten sie - je nach Sorte - bis in den Februar hinein. Butternut-Kürbisse halten sogar gut ein Jahr.

Bevor der erste Frost kommt, sollen die Riesenbeeren Feld und Garten verlassen haben und eingelagert sein.

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Kürbissamen selbst gewinnen – wie geht das an Besten?

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Zur Gewinnung von Kürbissamen werden die Kürbiskerne mit einem Löffel vorsichtig aus der Beere geschält.. An den Kernen hängen Fäden und Fruchtfleisch, welches entfernt werden muss. Tipp:  Lassen Sie die Kerne mit Fruchtfleisch in lauwarmem Wasser bei Zimmertemperatur  in einem großen Glas stehen. Nach einigen Tagen fängt die Masse an zu gären an, wodurch sich das Fruchtfleisch auflöst. Dann spülen Sie die Kerne gut mit Wasser ab. Dieser Prozess garantiert eine gute Keimung. Nach einigen Tagen sollten sie soweit getrocknet sein, dass sie in Leinensäckchen oder Papiertüten den Winter gut überstehen. Die Kürbissamen erhalten ihre Keimfähigkeit fünf bis sechs Jahre lang.

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Wie baut man Kürbisse selber an?

Kürbisse sind kräftig im Wuchs, deswegen gedeihen sie am besten bei voller Sonne in einem Gartenbeet mit tiefgründigem Boden.

Selbst dort, wo nur ein großer Pflanzkübel auf Balkon oder Terrasse zur Verfügung steht, ergeben Kürbisse bei richtiger Pflege kräftige Pflanzen und ansehnliche Ernten.

Beginnen Sie mit dem Vorziehen der Kürbisse Mitte April

Quellen Sie die Samen über Nacht in zimmerwarmem Wasser vor und drücken Sie anderntags je zwei Samen zwei Zentimeter tief in die Mitte eines Blumentopfes. Der Topf sollte einen Durchmesser von etwa 10 bis 12 cm haben und bis einen Finger breit unter dem Rand mit Aussaaterde befüllt sein.

Halten Sie die Aussaat an einem hellen Ort im Haus feucht, nicht nass, und bei 20 bis 25 Grad Celsius warm. Innerhalb weniger Tage keimen die Kürbissamen.

Sobald nach Mitte Mai im Freien die Frostgefahr gebannt ist und die Pflanzen neben den Keimblättern drei weitere Blätter entwickelt haben, härten Sie die Sämlinge an einem halbschattigen Ort im Freien ein paar Tage ab.

* Anschließend setzen Sie diese, je nach Wuchsstärke der Sorte, mit einem Abstand von 0,5 bis 2,5 Meter ins unkrautfreie, tiefgründig gelockerte und gut gedüngte Gartenbeet (ca. 5 l Kompost pro Quadratmeter). Geben Sie dem Kürbis einen sonnigen Standort. Er bevorzugt einen sandigen Lehmboden beziehungsweise einen lehmigen Sandboden mit mittlerem bis hohem Humusgehalt.

In einem großen Speiskübel mit kräftiger Blumenerde, Langzeitdünger, vielen Hornspänen und ausreichender Bewässerung kann der Kürbis ebenfalls auf Terrasse oder Balkon gedeihen. Gut geeignet sind außerdem großvolumige Pflanzkübel mit Wasserreservoir.

Gesundheit aus dem Garten

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Mit etwa 25 Kilokalorien pro 100 Gramm Fruchtfleisch zählen Kürbisse zu den kalorienarmen Gemüsen. Ähnlich wie Melonen und Gurken bestehen sie zu rund 90 Prozent aus Wasser. Wie die der Möhre ähnelnden Farbe vieler Kürbisse schon verrät, enthalten sie nennenswerte Mengen an Carotinoiden.    

Das Beta-Carotin wirkt einerseits als Vorstufe des Vitamin A (wichtig für die Augenfunktion). Andererseits sind die Carotinoide bedeutende Schutzstoffefür unsere Zellen Carotinoide gelten zudem als Schutzfaktor gegen Krebs, Herz- und Gefäßkrankheiten.

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Kürbissuppe ist gesund, kalorienarm und schmeckt!

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Unter den Mineralien sticht Kalium (ca. 300 mg pro 100 g Fruchtfleisch) hervor, das den Flüssigkeitshaushalt des Körpers regelt. Kürbisse liefern auch wertvolle Ballaststoffe, die unsere Verdauung regeln und gegen manche Krankheiten schützen können. In geringeren Mengen enthält Kürbisfleisch auch Calzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink, Selen, Vitamin E und C sowie B-Vitamine.                                             

Außerdem ist Kürbis reich an so genannten sekundären Pflanzenstoffen, und enthält neben den Carotinoiden so genannte Phytosterine. Das sind pflanzliche Hormone, die beispielsweise gutartige Prostatavergrößerungen in ihrem Heilungsprozess unterstützen können.

Kürbiskerne sind als Samen kalorienreich: 100 Gramm enthalten gut 500 Kalorien und mehr als 45 Gramm Fett.

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Mit einer Portion von 20 Gramm nehmen Sie also die Energiemenge einer Zwischenmahlzeit und etwa so viel Fett wie ein Esslöffel Öl auf. Das Fett der Kürbiskerne zählt jedoch mit rund 50 Prozent ungesättigten Fettsäuren zu den  wertvollsten Pflanzenölen und erleichtert dem Körper die Aufnahme der Nährstoffe aus dem Gemüse.                               

Das aus den Kürbiskernen gewonnene Kürbiskernöl ist reich an Vitamin E und enthält etwa 19 Prozent gesättigte, 28 Prozent einfach und 53 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Es hat einen intensiven Eigengeschmack und ist nicht hoch erhitzbar. Das Öl eignet sich vor allem für Salate und Rohkostgerichte und sollte am besten im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Halloween – Jack O. lässt grüßen

 Holder

Halloween wurde am Vorabend von Allerheiligen vor allem in Irland gefeiert. Der Bräuche rund um das Fest basieren auf der uralten Legende von Jack O' Lantern. Jack hatte den Teufel betrogen, sodass er weder im Himmel noch in der Hölle Einlass fand. Dies fand selbst der Teufel so schrecklich, dass er Jack O. eine Rübe mit glühenden Kohlen aus dem Höllenfeuer für die ewige Wanderschaft schenkte. Seitdem wandelt seine verdammte Seele mit der Laterne durch die Dunkelheit.

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Diese Wanderschaft durch die Dunkelheit hielt als Brauch in Amerika Einzug. Nur dass man dort Kürbisse statt Rüben als Laterne benutzte. Von denen gab es mehr und sie waren größer. Irgendwann schnitzte man schließlich Fratzen in die Kürbisse und es entstanden die legendären Jack-O-Laternen. Im Spätherbst bewirtete man nun traditionell "Besucher aus dem Jenseits" mit Kürbissen.

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Fotos: Buschmann&Winkelmann, IPP - NED.Work, Julia C. Modery

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