Die Garten-Queen bittet zur Audienz
Die Geschichte der Rosen oder:
Schuld hat nur Josephine
Wer so schön ist, der darf auch ein kleines Geheimnis haben. So weiß man wenige Jahre vor dem Jahr Zweitausend immer noch nicht, seit wann es Rosen gibt. Eines jedoch steht fest: Sie waren lange vor dem Menschen da! In Homers (etwa 750 bis 650 v. Chr.) Werk der "Ilias" - können wir nachlesen, dass Aphrodite den getöteten Hektor mit Rosenöl einbalsamierte. In einen wahren "Rosenrausch" stürzten sich die Römer. Bei ihren berühmt-berüchtigten Gelagen wurden die Gäste auf Rosenblüten gebettet, so dass die Diener durch kniehohe Rosenmeere waten mußten. Der Rosenleidenschaft der Römer verdanken wir schließlich unsere "Treibhäuser", da sie auch im Winter nicht auf Rosen verzichten wollten. Doch welche Sorten sie besaßen oder welche Pflegetipps damals schon bekannt waren, ist nicht überliefert. Fest steht, dass die Rose nach dem Ende des römischen Reiches an Bedeutung verlor. Es waren die Araber, die im frühen Mittelalter die übernommenen Traditionen der Antike wieder hegten und pflegten. Kreuzfahrer brachten die Rose schließlich wieder aus dem Nahen Osten nach Europa. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass man die älteste bildliche Darstellung der Rose im Haus der Fresken im Palast von ...
Rose

Knossos auf Kreta findet. Das "Fresko mit dem blauen Vogel" soll mindestens 3500 Jahre alt sein. Doch zurück zur Rosen-Geschichte: Da der Duft der Rosen und die Herstellung von Parfüm nahe beieinander liegen, ist es nicht erstaunlich, dass es Paris war, das die Rosen wieder zur Hochblüte brachte. Josephine, die Gemahlin Napoleons, hat bis zu ihrem Tod 1814 in Malraison Rosen gezüchtet und damit unbestritten zum Aufschwung der Rosenzucht beigetragen und die Rose wieder in Mode gebracht.


Der botanische Irrtum
Da man nicht erwarten darf, dass sich Poeten und Liedermacher um Botanik kümmern, soll hier klargestellt werden, dass Rosen keine Dornen haben. Sie besitzen Stacheln. Denn Dornen wachsen aus dem Holz heraus. Stacheln sitzen auf der Oberhaut der Pflanzen und lassen sich leicht entfernen!

Die Vielfalt der Rosen
Wer sich den Rosen verschrieben hat, weiß um die Fülle ihrer Klassifizierungen. Um einen kleinen Überblick über Rosen zu bekommen, bedienen wir uns der Einteilungen, die wir auch in den Katalogen von Rosen- und Baum- schulen finden.

Edelrosen (Teehybriden):
Die großen, herrlich geformten Blüten bekommen durch den meist langen Stiel eine unübertroffene Eleganz. Viele bezeichnen Edelrosen auch als "die Krönung der Rosen". Über 6000 Sorten sind bisher verbrieft, wobei der Inbegriff aller Edelrosen die berühmte "Baccara" noch immer ist. Diese Rose ist wegen ihrer Wetterfühligkeit für unsere Gärten nicht geeignet. Doch die duftende "Gloria Dei", die rosafarbene "Carina", die goldgelbe "Whisky" oder die rote "Erotika", um nur ein paar zu nennen, lassen uns die "Baccara" schnell vergessen. Edelrosen lieben es, im Garten alleine zu stehen und somit am besten zur Geltung zu kommen. Bei Beetpflanzungen sollten wir nicht mehr als 5 bis 6 Pflanzen pro Quadratmeter setzen.

Beetrosen:
Unter diesem Überbegriff werden die kräftig wachsenden Polyantha-Rosen und die großblütigen Floribunda-Rosen zusammengefaßt. Als Polyantha werden die in großen Dolden blühenden, kleinblumigen Sorten wie die johannisbeerrote "Moulin Rouge" oder die zart karminrote "Nirvana" bezeichnet. Floribunda sind die Sorten, die zum Teil noch in Büscheln oder auch in großen Dolden blühen, aber edelrosengleiche Blüten tragen. Zu ihnen gehören die dunkelrote "Lilli Marleen", die orange leuchtende "Prominet", oder die cremefarbene "Edelweiß". Gerade bei Beetrosen ist eine sorgfältige Sortenwahl wichtig, da sie sehr dicht beieinander im Beet stehen. Mit der Nähe nimmt leider die Anfälligkeit für Krankheiten zu. Zu den robusten Sorten gehören die hellrosa "Bonica 82", die goldfarbene "Friesia" und die rote "Duftwolke". Der Pflanzabstand beträgt wie bei den Teehybriden rund 33 cm und lässt somit 5 bis 6 Rosen auf einem Quadratmeter blühen.
Beetrose Beetrose

Zwergrosen:
Ob als Beeteinfassung oder im Steingarten, mit ihrer Wuchshöhe von 15 bis 30 cm lassen sie sich individuell einsetzen. Auch für gartenlose Rosenfreunde sind Zwergrosen genau das Richtige, da sie ganz aus- gezeichnet in Kübeln und in großen Balkonkästen wachsen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Gefäße mindestens 30 cm tief sind und nährstoffreiche Erde verwendet wird. Damit die zierlichen Blüten und die fast stachelfreien Triebe zur Geltung kommen, sollte der Pflanzabstand nicht größer als 20 cm sein. Als Blütenpaar grüßen hier zum Beispiel der blutrote "Zwergkönig" und die rosa "Zwergkönigin".

Kletterrosen:
Sie klettern nicht - sie ranken! Deshalb sollten die bis zu 5 Meter langen Triebe an Spalieren oder Pergolen festgebunden werden. Über die faszinierende Wirkung von Rosenbögen und Rosenlauben muss nichts mehr geschrieben - sie müssen erlebt werden! Besonders reich blühen die cremeweiße "Bobby James", die schar- lachrote "Danse du Feu" und die duftende "Sympathie".

Strauchrosen:
Sie wachsen zu meterhohen Büschen heran und brauchen Platz, um sich richtig zu entfalten. Eine einzelne Strauchrose oder eine kleine Gruppe kann Blickpunkt im Garten oder neben immergrünen Gehölzen sein. Der Pflanzabstand richtet sich ganz nach der Wuchsstärke der Rose - bitte informieren Sie sich vor dem Kauf! Denn schwach wachsende Sorten wie z.B. "Apart" mit ihren duftenden, violettrosa Blüten und ca. 80 cm Höhe - können im Abstand von 90 cm gepflanzt werden, während "Constanze Spry" mit ihren leuchtendrosa, dicht gefüllten Blüten durch ihren breit ausladenden Wuchs einen Abstand von mindestens 2 bis 3 Meter benötigt. Übrigens: Unter den Strauchrosen gibt es einmal- und öfterblühende Sorten und auch solche, die im Herbst mit leuchtenden Hagebutten glänzen!

Bodendeckerrosen:
Sie verwandeln eine Böschung oder eine freie Fläche zwischen anderen Pflanzen in einen Blütenteppich. Ihre Triebe breiten sich flach und kriechend über dem Boden aus. Bodendecker-Rosen können Sie nach dem Pflanzen weitgehend sich selbst überlassen. Sie müssen wenig geschnitten werden, mit Ausnahme der alten und dünnen Triebe. Diese sollten entfernt werden, damit der nächste Blütenflor gefördert wird. Bekannt und beliebt unter den "Deckern" ist "Fairy Dance". Sie blüht mit ihren blutroten, stark gefüllten Blüten ab Ende Mai bis in den Spätherbst. Übrigens: Bei Bodendeckerrosen werden 3 Stück pro Quadratmeter gepflanzt.

Stammrosen:
Rosenbäumchen, zur Zeit wieder hochmodern, sind keine besondere Rosenart, sondern auf Stamm veredelte Beetrosen. Sie brauchen allerdings mehr Pflege als andere Rosen, müssen im Spätherbst besonders sorgfältig gegen Kälte geschützt und im Frühjahr vor- sichtig zurückgeschnitten werden. Im Handel unter- scheidet man Hochstammrosen mit 90 cm Stammhöhe, Halbstammrosen mit 60 cm Stammhöhe, Fußstammrosen mit 40 cm Stammhöhe und Trauerrosen (Kaskadenrosen) mit 140 cm Stammhöhe. Übrigens: Achten Sie insbesondere beim Kauf der Hochstammrose auf ihre Duftfähigkeit, denn die Blüten sitzen fast auf Nasenhöhe!

So viel Platz muss sein
Pflanzen Sie Rosen nicht zu dicht. Das bedeutet für stark- und breitwüchsige Edel- und Beetrosen: 5 Pflanzen pro m2. Bei mittelstark wachsenden Rosen - das sind die meisten - kommen 6 Pflanzen auf die gleiche Fläche. Denn: Wenn die Rosen zu dicht stehen, bilden sie ein dichtes Blätterdach. Die Blätter trocknen dann nur langsam nach Tau und Regen ab und werden schneller vom Sternrußtau befallen. Genügend Abstand beim Pflanzen ist also vorbeugender Pflanzenschutz.


Acht goldene Regeln zum Rosenpflanzen

  1. Vor dem Pflanzen wässern: Vor dem Pflanzen werden die Rosen mindestens 5 Stunden in einen Eimer mit Wasser gestellt. Bei der Frühjahrspflanzung müssen die Rosen mindestens 24 Stunden vollständig im Wasser gelegen haben.
  2. Pflanzloch vorbereiten: Pflanzloch tief genug ausheben. Der Boden soll rundum locker sein, die Veredelungsstelle am Wurzelhals etwa drei Finger breit (5 cm) unter der Erdoberfläche liegen. Beschädigte oder zu lange Wurzeln werden mit der Schere eingekürzt. Der Durchmesser des Pflanzloches soll so groß sein, dass sich die Wurzeln am Boden gut ausbreiten können.
  3. Pflanze einsetzen: Rose mit einer Hand in die Pflanzgrube halten und mit der anderen Hand die Erde locker über die Wurzeln verteilen.
  4. Pflanzgrube füllen: Erde einfüllen, anschließend festdrücken oder festtreten, so dass um die Pflanze herum eine flache Mulde (Gießrand) entsteht.
  5. Gießen: Die Mulde mit langsam fließendem Wasser füllen, bis das Wasser überzulaufen beginnt. Gießen bei trockenem Wetter wiederholen, bis die Wurzeln gut eingeschlämmt sind.
  6. Anhäufeln: Nach dem Pflanzen die oberirdischen Triebe mit einem kleinen Komposthügel locker abdecken, so dass die Pflanze vor dem Austrocknen durch Sonne und Wind geschützt ist.
  7. Hochstammrosen: Bei diesen edlen Rosen wird die Pflanzgrube in der gleichen Weise vorbereitet wie bei anderen Rosen. Dann zunächst den Stützpfahl fest in die Erde schlagen. Die Pflanze 5 bis 8 cm neben dem Pfahl in die Erde setzen. Am Stamm lässt sich erkennen, in welcher Pflanztiefe die Rose bis jetzt gestanden hat. Stamm durch ein Stück Reifengummi vor Verletzungen schützen und nicht zu eng an den Pfahl binden.
  8. Kletterrosen: Unbedingt das Pflanzloch etwa 10 bis 20 cm von der Wand entfernt ausheben. Pflanze so tief einsetzen, dass die Veredlungsstelle unterhalb der Erdoberfläche liegt. Wurzeln sollen von der Wand weg zeigen. Wegen des meist trockenen Standortes an Häuserwänden die Kletterrose besonders im ersten Jahr häufiger gießen!

Das meistdiskutierte Problem:
Der Rosenschnitt
Auch wenn es andere Meinungen gibt: Rosen werden erst nach dem letzten Frost im zeitigen Frühjahr heruntergeschnitten. Das geht entweder nach "Augen" oder nach den Zentimetereinheiten des Zollstockes. Schneiden Sie schwache Triebe tiefer zurück als starke. So ist bei schwach wachsenden Beet- und Edelrosen ein tiefer Schnitt auf etwa 3 bis 4 Augen angebracht. Die "Augen" sind die Blatt- und Blütenknospen, die an den Verdickungen des Stieles zu erkennen sind. Wer nicht nach der Augenzahl schneiden will, kürzt die Stiele der schwach wachsenden Rosen auf 10 bis 15 cm. Bei den stark wachsenden Busch- und Edelrosen bleiben 20 bis 25 cm über dem Boden bzw. acht bis zehn Augen stehen.

Verjüngungskur für Kletterrosen
An Kletterrosen wird im Frühjahr nicht viel herumgeschnitten - vorausgesetzt, die Rosen sind noch nicht in die Jahre gekommen. Wenn sie älter werden, verlieren sie schnell an Wuchsfreude und auch die Blütenentwicklung bleibt zurück. Dies gilt insbesondere für den unteren, bodennahen Teil. Damit der Blütenflor aber nicht nur in den oberen Etagen zu bewundern ist, sollten Sie Ihrer Kletterrose mit der Rosenschere zu Leibe rücken. Schneiden Sie zunächst kahles und vertrocknetes Altholz heraus. Auch das Seitenholz, das der Fachmann als Blütenholz bezeichnet, bleibt nicht ungeschoren. Schneiden Sie es ohne Gewissensbisse auf eine Länge von rund 20 cm ab. Vergessen Sie nicht, zu dicht stehende Triebe auszurichten. Dies fördert auch die Bildung junger Bodentriebe, die zu einer echten Verjüngung der vergreisten Kletterrosen beitragen. Der letzte Schritt ist das Einkürzen der letztjährigen Triebe. Damit erreichen Sie, dass zwischen dem älteren, bereits aufgekahlten Holz ebenfalls Blütentriebe entstehen.

Der Freund der Königin: Der Wind
Die Sorge um die Gesundheit von "gekrönten" Häuptern ist immer besonders groß - die Rose macht hier keine Ausnahme! Denn leider trachten sehr viele Krankheiten nach ihrer Blüte. Am häufigsten sind dies Mehltau, Sternrußtau und Rosenrost. Diesen Pilzkrankheiten können wir am besten Paroli bieten, wenn wir bereits bei der Pflanzung auf den richtigen Standort achten. Rosen brauchen neben viel Sonne auch ein "luftiges" Plätzchen. Für Rosen, die mit dem Wind spielen können, ist die Pilzgefahr ganz gering.

Bitte in Blüte schneiden!
Machen Sie es sich zur Aufgabe, Ihre Rosen noch im blühenden Zustand zurückzuschneiden. Das fördert wie keine andere Maßnahme den zweiten Blütenflor. Die Rose braucht durch diesen Eingriff auch keine unnötige Kraft zur Samenbildung aufzuwenden. Schneiden Sie daher die Rose um ein Drittel zurück. Sie erreichen so einen Durchtrieb der noch "schlafenden" Knospen.

Königlicher Speiseplan
Rosen lieben nährstoffreichen Boden. Deshalb sollten die blühenden Hoheiten stets mit Düngergaben, am besten Komposterde, fit gehalten werden. Bei Neupflanzung von Rosen mischt man Hornspäne gleichmäßig unter die Erde. Erst wenn die Pflanzen angewachsen sind und die Triebe eine Länge von 10 cm erreicht haben, kann rund 100 bis 200 g Rosendünger pro m2 eingestreut werden. Unsere "Nachdüngung" sollte im Mai, Juni und Juli mit je 50 g pro m2 serviert werden. Danach wird jede Düngung eingestellt. Auch regelmäßiges Gießen ist zur Erhaltung des Blütenflors unersetzlich. Achten Sie beim Wässern darauf, dass die Blätter und Blüten nicht nass werden. Denn Feuchtigkeit auf diesen Pflanzenteilen fördert die gefürchteten Pilze wie Mehl und Sternrußtau!

ADR: Rosenkauf ohne Reue
Machen Sie aus dem Rosenkauf kein Glücksspiel! Denn Qualität und Gesundheit werden einer Rose nicht in die Wiege gelegt. Deshalb unterzieht man Neuzüchtungen einer strengen Prüfung. Bei Erfolg dürfen sie dann das Gütezeichen "ADR" (Anerkannte Deutsche Rose) tragen. Diese Prüfung - übrigens die härteste Rosenprüfung der Welt - erstreckt sich über 4 Jahre. In dieser Zeit werden die "Neuen" bei unterschiedlichen Klima- und Bodenverhältnissen von Fachleuten beobachtet und bewertet. Reichblütigkeit, Blühdauer, Wüchsigkeit, Winterhärte, Belaubung und Widerstandsfähigkeit gegen Blattkrankheiten sind nur einige der Kriterien, an denen die Qualität gemessen wird.

Wildtriebe bei Rosen entfernen
Wilde Rosentriebe sind Zweige, die am Rosenstock unterhalb der Propfstelle austreiben. Sie rauben der Edelrose soviel Saft und Kraft, dass sie sogar eingehen kann. Der Hochsommer ist die beste Zeit, um wilde Rosentriebe zu entfernen. Graben Sie bis zum Wurzelstock auf und schneiden Sie die Wildlinge ab. Zu erkennen sind wilde Triebe daran, dass sie anders aussehen als die Zweige der Edelrose.

Wenn Gartenbeete "rosenmüde" sind
Gartenbeete können "Rosenmüde" werden. Das zeigt sich, wenn im Rosenbeet die alten Pflanzen gegen neue ausgetauscht werden - die dann trotz intensiver Pflege nicht recht blühen wollen. Dann muss der alte Boden frisch gemacht werden: Zwei Spatenstiche tief umgraben, so dass die untere Schicht nach oben kommt und mit Kompost und ein wenig Hornspänen verbessern.

Rosenduft aus drei Etagen
Wer wenig Platz im Garten hat und doch möglichst viele unterschiedliche Rosendüfte erleben möchte, der sollte Duftrosen in drei Etagen pflanzen. Hochstammrosen werden kombiniert mit großen "Trauerstämmchen" und kleinen Edel- oder Buschrosen - alle natürlich mit Duftcharakter.

Gut gepflegt durch den Winter
Die Winterhärte der Edel-, Beet- und Kletterrosen hängt von den verschiedenen Wachstumsfaktoren ab, die nicht in allen Gärten gleich sind. Manchmal müssen die Rosen an ungünstigen Standorten wachsen, werden schlecht mit Nährstoffen versorgt oder gehen zu trocken in den Winter. Diese ungenügend gepflegten Rosen sind genauso gefährdet wie durch Krankheit oder Schädlinge geschwächte Pflanzen. Da nützt es auch nichts, wenn in ihrem Zeugnis steht "besonders winterhart". Für den Gartenfreund bedeutet das: Für bestmögliche Lebens- bedingungen sorgen, damit die Rosen gut durch den Winter kommen.

Schutz vor Väterchen Frost:
Rosen verstecken
Der beste Frostschutz bei Rosen ist nach wie vor das Anhäufeln. Für diesen Zweck eignet sich Komposterde am besten. Sie ist billig und kann im kommenden Frühjahr - wenn der Wintermantel wieder abgenommen wird - problemlos auf dem Beet verteilt werden. Um gegen alle Eventualitäten - wie zum Beispiel lang anhaltende Fröste und starke Wintersonne - gerüstet zu sein, sollten Sie über die angehäufelten Rosen im lockeren Verband Tannen- oder Fichtenreisig legen. Dieses Reisigmaterial wird dachplattenähnlich zusammengefügt. Mit längeren Koniferenzweigen lassen sich auch die Kletterrosen gut vor der Kälte schützen. Ihre Hochstammrosen bekommen den besten Winterschutz, wenn Sie die Krone locker mit Holzwolle füllen und eine Leinentasche darüber stülpen. Plastiktüten sind für diesen Zweck ungeeignet, da sich in der Folie Schwitzwasser bildet, was Pilzen und anderen Krankheiten Tür und Tor öffnet.

Wecken Sie im März die Rosen auf!
Mit Beginn des Frühjahres dürfen die Rosen aus dem Winterschlaf geweckt werden. Dazu entfernen Sie das Fichtenreisig, welches einen zu frühen Saftanstieg verhindert hat. Mit dem Rechen werden die bereits abgefallenen Nadeln weggeräumt. Diese Säube- rungsaktion sorgt dafür, dass der Boden rund um den Rosenstock nicht sauer wird. Apropos sauer: Da Rosen keine sauren Böden lieben, darf kein Torf - weder zum Anhäufeln als Winterschutz noch zur Bodenauffrischung - im Rosenbeet eingesetzt werden.

Rosenvermehrung zum Null-Tarif!
Mit etwas Glück und Geschick kann man Rosen durch Stecklinge selbst vermehren. Die ideale Zeit dafür ist der Monat Juli. Wählen Sie gut ausgereifte, einjährige Triebe ohne Blütenknospen für die Vermehrungsaktion aus. Jedem Steckling lassen Sie nur 3 bis 4 Blätter. Das ist notwendig, um während der kritischen Bewurzelungszeit die Verdunstungsfläche zu verringern. Außerdem wird damit gleichzeitig der Drang gefördert, Wurzeln zu bilden. In den Achseln der Blattstiele befinden sich unscheinbare Augen, die später austreiben. Stecken Sie die Stecklinge recht flach und fest in einen Blumentopf mit sandiger, humusreicher Erde. Achten Sie darauf, dass das unterste Auge ihres Zöglings nicht tiefer als 1 cm unter der Erde steckt. Anschließend wird der Nachwuchs gut angegossen und mit einer Klarsichtfolie abgedeckt. Bei regelmäßigem Besprühen bilden sich innerhalb von 3 Wochen Wurzeln und dem Umzug der Jungrosen ins Beet steht nichts mehr im Wege.

Die Zeichensprache der Rosen
Wussten Sie, dass Ihre Rosen sprechen können - und das auf eine eindringliche Art? Sie bedienen sich der Zeichensprache mit Hilfe ihrer Blätter. Sind Rosenblätter sortenuntypisch klein, dazu blass sowie hier und da rötlich gesprenkelt, dann sagt die Blume, dass ihr Stickstoff fehlt. Mit braunen und spröden Blatträndern will uns die Rose mitteilen, dass in ihrem Boden viel zu wenig Kalium vorhanden ist. Wenn das grüne Blättergewand sich ins Purpur verändert, so heißt es, dass Phosphor fehlt. Gelbe Flecken sagen dem Rosenfreund schließlich, dass seine königliche Schönheit zu wenig Magnesium besitzt. Wir sehen, dass von uns Gärtlern eine ganze Menge "Sprachbegabung" verlangt wird! Deshalb sollten Sie sich die Blätter ihrer Rosen genau anschauen. Treten Mangelsymptome auf, werden diese mit richtigen Düngergaben behoben. Doch mit dem Dünger allein ist es nicht getan! Wir müssen - gerade in niederschlagsarmen Sommermonaten - die Rosen regelmäßig wässern, damit die Wurzelhärchen die gelösten Nährstoffe aufnehmen können.

Rosen und Lavendel –
eine starke Gemeinschaft
Blauviolett und rosarot - diese Farbkombination von Rosen und Lavendel hätte kein Künstler besser zusammenstellen können. Doch die stachelige Schöne und ihr duftender Partner aus der Provence haben sich zu einem unschlagbaren Paar zusammengetan. Selbst die gefürchteten Blattläuse müssen vor soviel Stärke kapitulieren. Damit beide sich wohlfühlen, brauchen sie mindestens 40 cm Abstand zueinander.

Rosen und Stauden –
Blühende Verehrer der Queen
Rosen lieben das Alleinsein nicht. Der Pflanzenadel wünscht sich daher stets eine passende Begleitung. Hier bieten Stauden ihre Hilfe an. Um aber von der Rose erhört zu werden, muss die Begleitung stimmen: Wohlerzogen, ansprechende Erscheinung und stets zurückhaltend. Tatsächlich gibt es etliche "Verehrer", die diese Voraussetzung erfüllen. So zum Beispiel die blaublütigen Stauden. Mit Lavendel, Katzenminze und Salbei verbindet die Rose schon lange eine Romanze. Nach dem Motto: "Adel verpflichtet" darf auch der Rittersporn nicht vergessen werden. Doch bedingt durch die kurze Blühdauer dieser Stauden kann die Verbindung nicht von allzu langer Dauer sein. Wesentlich beständiger zeigen sich hier die "Graumelierten" im Beet. Die weißblühenden Stauden wie Schleieraster und Schleierkraut wollen mehr als nur eine Zufallsbekanntschaft sein. Auch Storch- schnabel und Gänsekresse dürfen nicht vergessen werden.

Erkennen Sie die Gefahren rechtzeitig!
Schadpilze und Schädlinge trachten nach dem Leben unserer Gartenkönigin. Um sie vor Schaden zu bewahren, sind neben vorbeugenden Maßnahmen auch ständige Kontrollen unerlässlich! Nur dann können wir rechtzeitig etwas unternehmen.

Feinde, die nach dem Leben
der Königin trachten

Echter Mehltau: Weißer, mehliger Pilzbelag, der sich über Blätter, Blütenkelche und Triebe zieht. Rosenmehltau bewirkt, dass sich die Blätter kräuseln und nach oben falten.
Sternrußtau: Die am häufigsten auftretende Pilzerkrankung. Ausgefranste, gelbbraune bis schwarze Blattflecken. Starker Blattfall im Spätsommer ist die Folge! Da die Sporen des Pilzes auf den abgestorbenen Blättern überwintern, heißt das oberste Gebot: Befallene Blätter sorgsam aus dem Beet "fischen" und in den Mülleimer - nie auf dem Kompost!! - werfen. Übrigens: Der Befall mit Sternrußtau weist auf einen schlechten Ernäh- rungszustand der Rose hin!
Rosenrost: Tritt nur nach länger anhaltender, feuchter Witterung auf der Blattunterseite als gelbbraunes Sporen- lager auf. Die Schäden sind auch auf der Oberseite sichtbar. Nachfolgender Blattfall schwächt die Pflanzen!
Blattläuse: Rosenblattläuse schädigen die Pflanzen durch Saugen. Triebe und Knospen beginnen zu verkümmern. Auf den zuckerhaltigen Ausscheidungen der Läuse (Honigtau) siedelt sich meist der schwarze Rußtaupilz an.
Rosenblattrollwespe: Deformierte und eingerollte Blätter machen auf diesen Schädling aufmerksam. "Gerollte" Blätter sofort entfernen und in den Mülleimer werfen.
Rosenzikade: Weißliche Sprenkelung auf der Blatt- oberfläche deutet auf den Befall hin. Die weißgrünen bis zu 3 mm großen Tiere saugen auf der Blattunterseite. Die Rosenblätter beginnen zu verdorren.

Bewährte Kampfmittel
Gegen die Pilzkrankheiten helfen die im Kapitel "Schädlinge" aufgeführten Mittel. Gut bewährt haben sich auch kombinierte Spritzmittel, wie "Saprol neu" und das biologische Mittel "Neudo-Vital" gegen die Rosen- pilzerkrankungen. Im Kampf gegen Schädlinge hat sich das natürliche Pflanzenschutzmittel "Naturen" - auf Rapsöl-Basis - bestens bewährt.


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